Stadt knipst das Licht aus

Felsberg: Straßenbeleuchtung wird zwischen 0.30 Uhr und 4.30 Uhr abgestellt

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Auch diese Laterne in der Felsberger Altstadt soll künftig in der Nacht ausgeschaltet werden: Im Hintergrund sind die Felsburg und die Nikolaikirche zu sehen.

Felsberg. Noch sind Felsbergs Straßen jede Nacht hell erleuchtet. Doch das soll sich bald ändern: Die Stadt will die Straßenlaternen zwischen 0.30 und 4.30 Uhr abstellen. Voraussichtlich werde man damit um den 20. Oktober herum beginnen, teilte die Stadt mit.

Hauptgrund ist, dass die Stadt Geld sparen muss: Jedes Jahr verbrauchen die Straßenlaternen 500 000 Kilowattstunden Strom - das kostete die Stadt im vergangenen Jahr 115 000 Euro.

Bis zu 10 000 Euro Ersparnis

8000 bis 10 000 Euro könnte man mit dem Abschalten der Laternen pro Jahr sparen, schätzt Bürgermeister Volker Steinmetz.

So steht es auch im Haushaltsplan, den die Stadtverordneten bereits im April beschlossen hatten. Inzwischen liegt auch die Zustimmung der Kommunalaufsicht vor - damit hat die Stadt nun grünes Licht, um das Licht auszuknipsen.

Neben dem gesparten Geld bringe die nächtliche Dunkelheit aber auch weitere Vorteile, sagt Steinmetz: Zum einen würde man so jedes Jahr 88 500 Kilowattstunden weniger Strom verbrauchen - und damit auch den CO²-Ausstoß um knapp zehn Tonnen vermindern. Zum anderen würden sich viele Menschen und auch die Tiere durch die nächtliche Dauerbeleuchtung oft gestört fühlen, führt Steinmetz aus.

Außerdem sei die Dunkelheit zwischen 0.30 und 4.30 Uhr gut zu verkraften, da dann nur noch wenige Menschen auf den Straßen unterwegs seien. Natürlich sei es denkbar, dass die neue Regelung trotzdem bei einigen Felsbergern für Ärger sorge. Aber, so erinnert sich Steinmetz: „Der Vorschlag, die Straßenbeleuchtung zeitweise abzustellen, kam aus der Bevölkerung.“

Wirklich neu ist die Idee nicht. „Wir sind nicht die einzigen, die das machen“, sagt Steinmetz und nennt das Beispiel Wabern: Dort sei schon seit langem die Straßenbeleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr abgestellt. „Eine höhere Kriminalitätsrate gibt es dort deshalb nicht“, betont Steinmetz.

Mehr als 1500 Straßenlaternen stehen in Felsberg. Derzeit werden sie alle bei Einbruch der Dunkelheit eingeschaltet und brennen dann bis 22 Uhr. Dann wird jede zweite Lampe abgeschaltet, bevor von 5 Uhr bis zum Morgengrauen wieder alle Lichter brennen.

Nur 360 der 1500 Straßenlaternen sind mit energiesparender Technik ausgestattet, die Mehrzahl sind veraltete Quecksilberlampen, die inzwischen nicht mehr hergestellt werden. „Die verbrauchen viel Energie, haben aber wenig Leuchtkraft“, sagt Steinmetz. Den Plan, die Straßenlaternen schrittweise auf Energiesparlampen umzustellen, hatten die Stadtverordneten im April mit einem Sperrvermerk gestoppt. Auf lange Sicht werde man wohl auf LED-Technik umstellen, sagt Steinmetz - das sei im Augenblick aber noch zu teuer.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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