Homberg: Stadt prüft Kauf der Kasernen

Homberg. Die ehemalige Ostpreußenkaserne gleicht einer Geisterstadt, und auch Restflächen der Dörnbergkaserne in Homberg liegen brach. Ob die Stadt die das Gelände und die darauf stehenden Gebäude kaufen sollte, um sie dann wiederum zu verkaufen oder zu vermieten, dass soll jetzt eine Arbeitsgruppe klären.

Darauf einigten sich am Donnerstagabend die Stadtverordneten in ihrer Sitzung in der Homberger Stadthalle mehrheitlich. Lediglich die Grünen stimmten dagegen.

„Das Risiko für die Stadt wäre so immens groß, dass wir das nicht machen können“, sagte Klaus Bölling (Grüne). Der Zustand der Gebäude sei schlecht, fügte er an und die Folgekosten auch daher nicht überschaubar. Vielmehr würde das Projekt schön gerechnet. Die Stadt sei gut beraten, wenn sie die Verantwortung dort belasse, wo sie derzeit ist. Das Areal gehört der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA).

„Hände weg!“

Ganz anders sieht das die CDU: Die Nutzung der ehemaligen Bundeswehrflächen zur Ansiedelung kleiner und mittlerer Betriebe wertet sie mit Blick auf die Stadtentwicklung als sinnvoll. „Sowohl für den Bestand der Restflächen der Dörnbergkaserne als auch für Teilbereiche der Ostpreußenkaserne liegen mehrere ernstzunehmende Kaufangebote vor“, sagte Peter Dewald (CDU). Die von Bürgermeister Martin Wagner vorgelegte Wirtschaftlichkeitsberechnung für das Projekt sei tragfähig, so Dewald weiter. Deshalb stimme die CDU dafür.

Salamitaktik

Eine Salamitaktik warf Delf Schnappauf (Grüne) dem Bürgermeister vor. „Wir wissen nicht, welche Kosten anfallen.“ Diese Informationen müsse die Verwaltung allen Stadtverordneten liefern. Eine leichtsinnige und leichtfertige Zustimmung sei nicht zu verantworten, fügte er an.

„Es liegen mehrere ernstzunehmende Kaufangebote vor.“

Er habe zwar riesengroße Bauchschmerzen bei dem Gedanken daran, dass die Stadt das Gelände übernehmen will, sagte Manfred Ripke (FDP). Doch erhoffe er sich von der Arbeitsgruppe Fakten. So zum Beispiel darüber, wer die Interessenten sind, wie hoch die Zahl der Arbeitsplätze ist, die entstehen sollen und auch über die tatsächlichen Kosten für die Stadt.

Indes betonte SPD-Mann Christian Marx, dass man erstmal nur die Zustimmung dafür gebe, dass Informationen zusammengetragen werden.

Arbeitsgruppe wird gebildet

Gegen die Stimmen der Grünen votierten die Parlamentarier mehrheitlich dafür, eine Arbeitsgruppe zu installieren, die nun den Grunderwerb mit der BIMA und gleichzeitig Verkauf und Vermietung der nachgefragten Flächen aufgrund vorliegender Kaufangebote notariell vorbereiten soll.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare