Zwei Schilder weniger

Lindenbergstraße ist keine Einbahnstraße mehr

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Schilder abgebaut: Bürgermeister Markus Boucsein, Erster Stadtrat Fritz Voit sowie die Mitarbeiter der Stadt Hartmut Lomberg und Wolfgang Brus (von links) an der Lindenbergstraße.

Melsungen. Die Lindenbergstraße ist keine Einbahnstraße mehr. Die Fahrbahn in Richtung Stadtmitte kann von Autos wieder befahren werden. Bürgermeister Markus Boucsein und der Erste Stadtrat Fritz Voit waren am Montag vor Ort, um die umstrittene Regelung rückgängig zu machen.

Anwohner hatten kritisiert, dass sie Umwege in Kauf nehmen mussten, um auf ihre Grundstücke zu kommen.

"Die Beschwerden der Anwohner waren eindeutig", erklärte Boucsein. Deshalb habe man sich nach intensiven Beratungen dazu entschlossen die Regelung wieder rückgängig zu machen. "Eine gute Verwaltung muss auch Fehler eingestehen können", fügte Voit hinzu. Ausschlaggebend seien aber nicht nur die Beschwerden der Anwohner gewesen: "Auch die Erreichbarkeit des Altersheims und der Pension ist ein wichtiger Grund."

Nach der Verkehrsschau im vergangenen Jahr war die Lindenbergstraße Anfang Juni in Richtung Innenstadt für Autos gesperrt worden. Grund waren Sicherheitsbedenken. "Die Ergebnisse der Verkehrsschau waren eine Empfehlung", stellte Boucsein fest. Im Nachhinein habe man jetzt aber erkannt, dass die Sperrung keine Verbesserung der Situation bringt. Man werde den Bereich aber weiter im Auge behalten. Vor der Rücknahme war auch eine temporäre Einbahnstraßenregelung zu den Stoßzeiten angedacht worden. "Das war aber zu kompliziert", entgegnete Boucsein.

Froh über die Rücknahme der Einbahnstraßenregelung ist Heinrich Mehlburger. Er war von der doppelten Einbahnstraße irritiert. "Ich finde es gut, dass ich jetzt auch aus Richtung Galgenberg wieder zu meinem Haus fahren kann." Auf der Lindenbergstraße regt er Geschwindigkeitskontrollen an, um die Sicherheit zu erhöhen. Auch Margarete Stöhr von der Pension Lärchenhof ist für die Rücknahme: "Es war zwar weniger Verkehrslärm hier, aber meine Gäste hatten Schwierigkeiten, meine Pension zu finden."

Anette und Jürgen Degethoff wundern sich über die ganze Aktion. "Ich halte das für eine Verschwendung von Steuergeld", sagte Jürgen Degethoff. Hätte man vorher die Anwohner befragt, wäre es nicht nötig gewesen die Schilder aufzustellen. "Überhaupt liegt das eigentliche Verkehrsproblem an der Einmündung der Linderbergstraße in die Bahnhofstraße", meint Anette Degethoff. Dort würde es regelmäßig zum Stau kommen, weil Autos wegen des Verkehrs Schwierigkeiten hätten, nach links abzubiegen. An die schnell fahrenden Autos vor ihrer Haustür hätten sie sich hingegen gewöhnt.

Von Jonathan Vorrath

Quelle: HNA

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