Bürgermeisterkandidat Hable sieht im Parlament einen starken Partner

Naumburg. „Das ist schon eine komische Situation, der einzige Bewerber um das Bürgermeisteramt zu sein“, sagt Stefan Hable (CDU). Kein Konkurrrent weit und breit, mit dem er in einen fairen Wettstreit treten könne.

Offenbar ein Zeichen dafür, dass man sich über ihn in den vergangenen sechs Jahren nicht allzu viel geärgert habe, scherzt Hable.

Ein Wahlkampf ohne Gegner sei aber kein Grund, sich siegessicher zurück zu lehnen, meint der 46-Jährige. Er verzichte zwar auf Wahlplakate und Wahlveranstaltungen, biete jedoch ein Online-Angebot auf Facebook und einen Wahlflyer an.

Dass er erneut noch einmal für sechs Jahre seine volle Kraft in das Amt des Bürgermeister investieren will, habe für ihn außer Frage gestanden. „Ich bin viel zu jung für den Ruhestand und möchte noch viele Projekte erfolgreich umsetzen“, erklärt Hable.

Die Dorferneuerung in der Kernstadt und in Altendorf, die Erneuerung der aus den 60er-Jahren stammenden Wasserversorgungseinrichtungen, die Bewältigung der Auswirkungen des demografischen Wandels, die Leerstandproblematik im Altstadtbereich und den Dorfkernen sowie die Gründung einer Bürgerstiftung sind nur einige Projekte, die der Amtsinhaber in den nächsten sechs Jahren vorantreiben will. Die größte Herausforderung sei dabei, auch mit wenig Geld etwas Positives zu gestalten.

Bei fast acht Millionen Euro Schulden müssten die Verantwortlichen besonders darauf achten, dass sie ihren begrenzten finanziellen Spielraum nicht aus den Augen verlören. Dabei sieht er im Stadtparlament einen starken Partner. Natürlich gebe es unterschiedliche Meinungen, die Streitkultur sei jedoch konstruktiv und demokratisch.

Es sei wichtig, die Stadt wie ein Unternehmen voran zu bringen. Alle Projekte der vergangenen Jahre seien im Team mit seinen Mitarbeitern und dem Parlament umgesetzt worden. „Das ist hier keine One-Men-Show“. Stefan Hable, der in seiner wenigen Freizeit gern wandert und Zeit mit seiner Familie verbringt, legt großen Wert auf Kommunikation mit den Bürgern. „Ich versuche in Bürgersprechstunden und Anliegerversammlungen Politik zu übersetzen. Und zu erklären, warum wir Dinge so und nicht anders machen.“

Der Bürgermeisterkandidat hofft auf eine gute Beteiligung am Wahlsonntag. „Den gelben Zettel bitte zuerst ausfüllen, das ist meiner“, sagt Hable mit einem Lächeln auf den Lippen.

Wichtige Entscheidungen

„Als eine der wenigen Kommunen haben wir das Kanalnetz in der Kernstadt und den Stadtteilen komplett saniert“, resümiert Stefan Hable. Ähnliches gilt für die Landesstraßen. Lediglich die beiden Kreisstraßen Russenweg und die Strecke von Altenstädt nach Bründersen müssten noch saniert werden.

Für eine „super Energiebilanz“ sorge die Umrüstung aller Straßenlaternen auf LED-Technik. In den vergangenen Jahren habe das Thema familienfreundliche Stadt einen großen Stellenwert eingenommen. Neben der U-3-Betreuung konnte man auch pünktlich den Rechtsanspruch auf einen Kleinkindplatz erfüllen. Hierzu wurde eine entsprechende Gruppe in Elbenberg eingerichtet.

Die Förderung der heimischen Wirtschaft und der Erhalt der Grundversorgung seien Dauerbrenner, die auch in Zukunft eine große Rolle spielen würden, erklärt der Bügermeister.

Zur Person

Stefan Hable wurde am 19. April 1967 geboren, ist seit sechzehn Jahren mit seiner Frau Birgit verheiratet, hat zwei schulpflichtige Töchter und lebt seit 46 Jahren in der Naumburger Kernstadt. Hable ist seit Anfang November 2007 Bürgermeister der Stadt Naumburg. Zuvor war er in verschiedenen Behörden der Landesverwaltung tätig. Hable ist Verwaltungsfachmann und hat einen Fachhochschul- sowie einen Masterabschluss im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Hable engagiert sich seit 1991 kommunalpolitisch in seiner Heimatstadt Naumburg und war vor seiner Berufung in das Amt des Bürgermeisters unter anderem Stadtverordnetenvorsteher seiner Heimatstadt.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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