Stadt Wolfhagen mietet Ladenlokal für besondere Veranstaltungen

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Kulturladen: Noch in diesem Jahr soll mit dem Umbau begonnen werden. 

Wolfhagen. Wo finden etwa 200 Besucher Platz? Das Cinema-Kino in Wolfhagen verfügt über 80 Plätze; die Kulturhalle ist zu groß – zirka 600 Gäste kommen dort unter. „Es gibt nichts dazwischen“, sagt Wolfhagens Kulturmanager Wolfgang Frey.  Doch das soll sich jetzt ändern.

Bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen die Parlamentarier Wolfhagens mehrheitlich mit den Stimmen von SPD und CDU, dass die Stadt für solche Veranstaltungen das Ladenlokal in der Schützeberger Straße 40 anmieten soll. Vor allem Veranstaltungen im Kleinkunstbereich, die auch von einer besonderen räumlichen Atmosphäre leben, könnten davon profitieren. Für eine feste Kleinkunstbühne habe der ehemalige Okay-Markt hinter dem Modehaus Fricke mit einer Fläche von etwa 480 Quadratmetern und einem sehr guten Zustand den besten Eindruck hinterlassen, berichtete Jürgen Hildenbeutel (CDU). Das Ladenlokal soll nach Beschluss zunächst für die Dauer von 15 Jahren mit einem Sonderkündigungsrecht nach fünf Jahren angemietet werden.

Genutzt werden soll die Räumlichkeit als Kulturladen für Veranstaltungen im Kleinkunstbereich. Und auch das Jugend- und Kulturbüro der Stadt soll dort untergebracht werden. Zudem habe der Filmemacher Dirk Lindemann bereits Interesse bekundet, dort ein Filmmuseum einzurichten. Da zugleich die Musikschule einen Veranstaltungsort für ihre Konzerte finde und eine Kooperation mit dem Kino möglich sei, „sehen wir ein sehr großes Potenzial für ein Kultur- und Kommunikationszentrum in Wolfhagen“, sagte Hilgenbeutel.

Peter Kranz, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, sieht das Vorhaben kritisch: Die Schuldenlast der Stadt Wolfhagen zwinge dazu, unnötige Kosten zu vermeiden. „Schaut man in die Nachbargemeinden, so finden dort Kleinkunstveranstaltungen in Stadthallen oder Dorfgemeinschaftshäusern statt“, sagte Kranz. Es sei zwar schön, für jede Art von Veranstaltung eine eigene Räumlichkeit zu haben, so Kranz. Aus wirtschaftlichen Gründen sei dies für Wolfhagen aber weit überzogen.

85.000 Euro sollen die Umbauarbeiten am neu entstehenden Kulturladen kosten. Das Land Hessen übernimmt 72 Prozent dieser Summe, da das Projekt laut Bürgermeister Reinhard Schaake zum Bereich Aktive Kernbereiche zählt. Denn auch die Innenstadt soll durch den Kulturladen belebt werden.

Die laufenden Kosten für Kaltmiete und Nebenausgaben sollen zum Teil mithilfe von Sponsorengeldern und durch die Erlöse der Veranstaltungen gedeckt werden. Außerdem sollen die Mittel für „Ab in die Mitte“ (Zuschuss an den Kulturverein) gestrichen werden. Bereits in diesem Monat sollen die Umbauarbeiten beginnen.

Die ersten Veranstaltungen, die im neuen Kulturladen stattfinden, stehen bereits fest: Am 20. Januar kommt Henni Nachtsheim von Badesalz mit seinem Soloprogramm nach Wolfhagen, berichtet Frey. Ihm folgen Christina Lux (Februar) und die Pömps (März).

Quelle: HNA

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