Ehrenamtliche sehen nach dem Rechten

Nach Vandalismus: Stadtkirche Melsungen wieder offen

Vandalismus in der Kirche: Vor Wochen zeigte Pfarrer Dr. Sigurd Sadowski Schäden an einer Spendendose – nun sollen Präsenzdienste im Gotteshaus Dieben das Leben schwer machen. Foto: Archiv

Melsungen. Die Stadtkirche ist wieder offen. Sie war angesichts von Vandalismusschäden geschlossen worden. Nun sieht immer jemand aus einem ehrenamtlichen Team nach dem Rechten.

13 Jahre hatte die Kirche für Besucher offen gestanden – doch dann rissen vor Monaten Diebe auf der Suche nach Geld über mehrere Wochen Kollektenkästen ab, hebelten Schränke auf, knackten Spendendosen und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Die Kirchengemeinde war zunächst ratlos und schloss das Gotteshaus ab. Dass es nun wieder geöffnet ist, haben die Besucher einem 18-köpfigen Kreis von Ehrenamtlichen zu verdanken. Die halten sich künftig während der Öffnungszeiten in Zwei-Stunden-Schichten im Gotteshaus auf.

Wieder offen: die Stadtkirche, hier mit von links Sandra Scholz, Traugott Linz und Renate Linz vor dem Portal. Foto: Grugel

Zum Pool der Ehrenamlichen gehört auch Traugott Linz, der bei seinen Präsenzdiensten Besucher auch mal persönlich begrüßt. „Auf Wunsch biete ich eine Kirchenführung an“, sagt der Dekan in Ruhestand. Ansonsten nutzt der Melsunger sein Ehrenamt in der Stadtkirche zum Lesen oder Meditieren. Wenn er oder seine Mitstreiter Glück haben und ein Organist übt, gibt es sogar ein „kostenloses Orgelkonzert“, sagt Linz.

In der Adventszeit rechnet die Kirchengemeinde Melsungen mit täglich bis zu 40 Besuchern, erklärte Pfarrerin Sandra Scholz. Für Einheimische wie für Touristen sei die Stadtkirche ein wichtiger Ort, „um zur Ruhe zu kommen und innezuhalten“, sagt die Seelsorgerin. An einem Ort der Stille könnten sie zudem Kerzen für persönliche Anliegen anzünden und etwas in ein Gebetbuch schreiben. Die dort festgehaltenen Wünsche übernähmen die Pfarrer in ihrem Sonntagsgottesdienst dann mitunter auch in den Fürbitten. (lgr)

Quelle: HNA

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