Stadtmauer bröckelt: Magistrat hofft auf Fördergeld für Komplettsanierung

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Eingestürzt: Im Bereich Untergasse/Am Treppchen ist durch den Frost ein Stück der alten Mauer eingebrochen.

Spangenberg. Eine Komplettsanierung der Spangenberger Stadtmauer will die Stadt so schnell wie möglich angehen – dieser Meinung ist der Magistrat, teilte Bürgermeister Peter Tigges auf Anfrage mit.

Erst kürzlich war im Bereich der Untergasse/Am Treppchen wieder ein Stück der historischen Stadtbefestigung herausgebrochen. Gerade im Winter könne das leicht passieren, da die Fugen der alten Mauer im Laufe der Zeit ausgespült worden seien und so Wasser eindringen könne, das sich bei Frost ausdehne und dadurch Stücke der Mauer abgesprengt würden, erklärt Friedhelm Koch vom Spangenberger Bauamt.

Entstanden ist die Mauer wohl um die gleiche Zeit wie Spangenberg selbst. Im ersten Drittel des 13. Jahrhunderts wurden Stadt und Festung planmäßig von den Rittern von Treffurt angelegt, berichtet Heinz Buhre, Leiter des Spangenberger Heimatmuseums. Um die Stadt vor ungebetenen Eindringlingen zu schützen, sei es üblich gewesen eine Stadtmauer zu errichten.

Damals, so weiß Buhre, war die Mauer mit neun Wehrtürmen, drei großen Toren und diversen Nebeneingängen ausgestattet. Gebaut wurde mit ortseigenem Sandstein. Der wurde in den neun Steinbrüchen abgebaut, die es zur Zeit der Entstehung Spangenbergs gegeben hat.

Keine akute Gefahr

Akute Gefahr bestehe in Bereich Untergasse/Am Treppchen derzeit nicht, sagt der Bürgermeister. Deshalb werde der Schaden einstweilen nicht repariert.

Der Grund dafür: Die Stadt hofft für die Sanierung auf Geld aus dem Förderprogramm Soziale Stadt und auf Unterstützung von der Denkmalpflege. Bis ein Bewilligungsbescheid aus Wiesbaden da sei, wolle man, solange keine akute Gefahr bestehe, nicht mit der Reparatur beginnen. Denn dies könne eventuell förderschädlich sein, sagte Tigges. Im Klartext heißt das: Repariert die Stadt den Schaden jetzt, könnte sie unter Umständen kein Geld aus dem Förderprogramm bekommen.

Deshalb wolle man laut Bürgermeister Peter Tigges einen Vorabbescheid aus Wiesbaden abwarten und dann erst mit der Reparatur der kleineren Schäden beginnen.

Für die Gesamtmaßnahme ist die Zustimmung des Parlaments nötig. (kam)

Quelle: HNA

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