Stadtparlament: Melsunger Gesamtschule soll G8 abschaffen

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Wieder in der Diskussion: Das Stadtparlament mischt sich in die G8-Diskussion an der Gesmtschule ein. 

Melsungen. Das Stadtparlament Melsungen hat sich für die Abschaffung von G8 an der Gesamtschule Melsungen ausgesprochen. Es empfiehlt der Schulkonferenz, die Voraussetzungen für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium (G9) zu schaffen.

Das geht aus einer Resolution hervor, die am Dienstagabend beschlossen wurde. Die Sache ins Rollen gebracht hatten die Freien Wähler, möglich wurde die Resolution aber nur durch die Unterstützung der SPD. Im Parlament war der Vorgang heftig umstritten.

Die zentrale Frage dabei war, ob sich die Kommunalpolitiker überhaupt einmischen sollten. Denn der Appell ist für die Schule nicht bindend. „Die Resolution liest sich schön, wird aber nichts bewirken“, kritisierte Joost Fastenrath (FDP). Ob nun G8 oder G9 besser sei, könne er nicht beurteilen.

„Das Thema gehört nicht in die Stadtverordnetenversammlung“, sagte Ingeborg Mathes (CDU). Noch einen Schritt weiter ging Bernhard Lanzenberger (CDU): Jede Diskussion, die wir in der Öffentlichkeit darüber führen, schadet der Schule“, sagte er. Lanzenberger ist Mitglied des Schulelternbeirats. Seine Empfehlung daher: „Wir als Politiker haben uns rauszuhalten.“ Burkart Meyer-Stagneth (Grüne) ist selbst Lehrer an der Gesamtschule. Die Einrichtung stehe seit Jahren immer in Diskussion: „Es nervt.“

Volker Wagner (SPD) widersprach dem Argument, das Parlament dürfe nicht mitreden, weil das Fachwissen fehle: „Wenn wir über Windenergie sprechen, verstehen wir davon genauso wenig.“ Es gehe darum, den Schulstandort Melsungen zu stärken. Doch dieser werde durch die Abwanderung von Schülern derzeit „massiv geschwächt“.

Er verwies auch erneut auf die 700 Melsunger Eltern, die sich im Jahr 2009 gegen die Schulzeitverkürzung G8 aussprachen. Dabei sei man nicht grundsätzlich gegen G8, sondern gegen die konkrete Ausgestaltung. (gör)

Quelle: HNA

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