Nach der Bluttat in Sachsen

Haftbefehl gegen Rolf W. aus Großenenglis: Stadtteil unter Schock

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Hier geschah die Tat: Der Borkener Rolf W. soll in Rossau-Seifersbach (Sachsen) seine Ehefrau erschossen haben. Inzwischen sitzt er in Haft.

Grossenenglis/Rossau. Schock in Großenenglis: Rolf W. aus dem Borkener Stadtteil soll im sächsischen Rossau-Seifersbach seine Noch-Ehefrau erschossen haben. Seine Flucht endete am Dienstag auf der A4 bei Eisenach. Gestern erließ das Amtsgericht Chemnitz Haftbefehl wegen des Verdachts auf Mord und gefährliche Körperverletzung.

„Es herrscht absolute Betroffenheit“, sagte Günther Beisheim, Ortsvorsteher von Großenenglis. In einem Dorf dieser Größe, der Borkener Stadtteil hat knapp 1100 Einwohner, kenne ja jeder jeden.

Der 53-jährige Rolf W. hatte mit seiner Frau (39), die er jetzt getötet haben soll, ein Haus in Großenenglis gekauft, in dem sie mit der gemeinsamen Tochter lebten. Nach Informationen der dpa ist unklar, ob die Vierjährige mit ansehen musste, wie ihre Mutter starb. Die Polizei gehe von einem Beziehungsdrama aus.

Der mutmaßliche Mörder ist in Borken gut bekannt, unter anderem hat er lange Fußball gespielt und war dort schon einmal verheiratet, diese Ehe ging jedoch in die Brüche.

„Ich hätte ihm das nie zugetraut“, sagte ein Bekannter von früher. Er habe Rolf W. als eher ruhigen Menschen erlebt, er sei sympathisch und nett gewesen.

Es sei auffällig gewesen, dass der Mann immer auf sein Äußeres geachtet habe, beschreibt der Bekannte. Doch das habe sich geändert. „Er muss irgendwie abgedriftet sein“, sagte er. Irgendetwas sei offenbar passiert, denn Rolf W. habe sich gehen lassen, was ihm auch deutlich anzusehen gewesen sei.

Der Verdächtige hat sich zu den Vorwürfen bisher nicht geäußert, sagte Staatsanwältin Dagmar Riedel (Chemnitz). Das sei sein gute Recht, bedeute aber nun mühsame Ermittlungsarbeit durch Zeugenbefragungen und die Kriminaltechnik.

Ob die im Wagen von Rolf W. gefundene Waffe die Tatwaffe ist, sei noch unklar.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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