Mikrofon und Kopfhörer kamen zum Einsatz

Stadttour mit Clip im Ohr: Fritzlar testet neue Technik

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Test bestanden: Die Fritzlar-Besucherinnen (von links) Karin Stegemann, Andrea Renger, Judith Runde, Eva Linderskamp, Sandra Weßels und Kerstin Hoppe haben bei ihrer Stadtführung über Kopfhörer mitgehört.

Fritzlar. Dichtes Gedränge, Weihnachtsmusik und ein Stimmenwirrwarr. Das sind die Bedingungen für einen besonderen Härtetest in Fritzlar: Die Stadtführergilde hat bei „Advent in den Höfen“ den Einsatz von Mikrofon und Kopfhörern getestet.

Sechs Besucherinnen aus dem Münsterland machten eine 30-minütige Stadtführung mit dem Clip im Ohr. 

Die Technik

Viel braucht es nicht: Sender, Empfänger, Clip, Headset und ein Band zum Umhängen. „Das ist die ganze Technik“, sagt Stadtführer Manfred Ochs. Wenige Handgriffe und es kann losgehen. Knifflig wird es nur beim Ohrclip. Wer Ohrringe oder eine Brille trägt, muss den Clip etwas vorsichtiger befestigen. Der kleine Empfänger für die Teilnehmer der Führung hat vier Tasten: An/Aus, zwei Lautstärke-Regler und die Taste „S“. Mit der schaltet sich das eingebaute Mikro ein. Wer dann spricht, wird von jedem anderen der Gruppe gehört.

Die Lautstärke

Erste Station ist das Spitzenhäuschen. Normalweise bittet Manfred Ochs seine Gäste, ruhig näherzukommen, damit sie ihn verstehen. Das ist bei der getesteten Personenführungsanlage – so der offizielle Name – nicht notwendig. Im Gegenteil. Wer Ochs zu nah kommt, wird gnadenlos mit dem Rückkopplungseffekt konfrontiert und hört ihn doppelt. Also Abstand halten.

Das Interview

Weiter geht es zu Kuhhaupt in die Scheune. Ochs geht voraus, die Frauen folgen. Während die einen noch mitten in der Krippenausstellung im Erdgeschoss stehen, ist Ochs schon im Gedränge auf der Treppe. „Das ist eigentlich eine Situation, in der die Kommunikation sonst schwierig wird“, sagt Ochs. Mit Mikro und Kopfhörer ist das anders. Wer den Vorsitzenden der Stadtführergilde nicht sieht, hört ihn zumindest.

Oben angekommen, offenbart die Technik eine kleine Schwäche. Ochs nimmt das Headset ab und hält Scheunen-Chef Arno Kuhhaupt das Mikrofon hin. Der plaudert locker über das Gebäude, doch der Abstand ist zu groß. „Bitte etwas lauter“, ruft Karin Stegemann aus der Gruppe. Kuhhaupt nimmt das Mikro näher zu sich, die Lautstärke passt.

Die Entfernung

Letzte Station der Tour ist Bächts Scheune. Während Ochs die Von-Hund-Gasse hinuntergeht, bleiben einige der Tester auf der Marktplatz stehen. Die Verbindung hält über gut 150 Meter. Sie reißt erst ab, als Manfred Ochs in der Scheune verschwindet.

Das Fazit

Test bestanden lautet nach einer halben Stunde das Fazit der sechsköpfigen Gruppe. „Man bekommt wesentlich mehr mit als bei einer normale Führung“, findet Judith Runde. Andrea Renger hingegen schätzt die gewonnenen Möglichkeiten. „Man kann hier und dort gucken und hört trotzdem alles.“

Quelle: HNA

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