Stadtverordnete sehen geplanten Tourismusverbund im Altkreis Melsungen kritisch

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Sehenswert: Mit seinen Burgen kann Felsberg bei Touristen punkten. Unser Foto zeigt die Altenburg (links) und die Felsburg (rechts) von Harle aus gesehen. Zwischen den Burgen liegen zwei Kilometer, das Tele zoomt sie zusammen. Foto: Brandau

Felsberg. Tourismus ist in Felsberg ein strittiges Thema - das wurde auch am Donnerstagabend wieder deutlich. Die Stadtverordneten haben zwar beschlossen, dass Felsberg zum Ende des Jahres die Touristische Arbeitsgemeinschaft Erlebnisregion Mittleres Fuldatal verlässt. Wie es danach für die Drei-Burgen-Stadt weitergehen soll, ist aber unklar.

Die Stadtverordneten beschlossen auch, dass sie sich alle Optionen offen halten wollen.

OPTION 1 wäre, zusammen mit Melsungen, Spangenberg, Guxhagen, Morschen, Malsfeld und Körle einen neue touristische Arbeitsgemeinschaft zu gründen - Arbeitstitel: „Fachwerkregion Melsunger Land“. Der Vorstoß kommt aus Melsungen (die HNA berichtete). Felsbergs Bürgermeister Volker Steinmetz befürwortete diese Option. Doch die Stadtverordneten stehen dem Vorschlag überwiegend skeptisch gegenüber. „Warum sollen wir uns an Melsungen angliedern?“, fragte etwa Stephan Bürger, einer der drei Fraktionsvorsitzenden der SPD. „Kommen zum Beispiel Fahrradtouristen von der Fulda zu uns rübergeradelt? Doch eher nicht.“ Der Berg zwischen Melsungen und Felsberg sei hoch.

Vor der Neugründung einer TAG müsse man zudem die Felsberger Gastronomie- und Beherbungsbetriebe befragen. „Wenn die privaten Unternehmer nicht dafür sind, bringt eine TAG-Mitgliedschaft nichts“, sagte Bürger. 6000 Euro pro Jahr müsste die Stadt nach derzeitigen Planungen für die Mitgliedschaft in einer neuen TAG bezahlen. „Die Leistung, die wir dafür bekommen, ist in erster Linie eine bessere Vermarktung“, stellte Bürger fest. „Felsberg braucht aber erstmal eine richtige touristische Identität.“

OPTION 2 wäre also, vorerst ganz auf die Mitgliedschaft in einer touristischen Arbeitsgemeinschaft zu verzichten. Jochen Pschibul (Grüne) sagte, man müsse darüber nachdenken, ob Tourismusförderung überhaupt eine städtische Aufgabe sei. Schließlich profitierten doch nur einige wenige Anbieter davon.

Dem widersprach Klaus Döll (CDU): Denn Fördergeld fließe nie in einzelne Projekte, sondern nur in Regionen. Wenn Felsberg also von einer Förderung profitieren wolle, brauche es dafür die Mitgliedschaft in einer TAG. Das müsse aber nicht zwingend ein Tourismusverbund im Altkreis Melsungen sein: Die Prüfung möglicher Alternativen sei zu schnell abgehandelt worden, befand Döll.

Denn als OPTION 3 käme auch in Frage, sich beispielsweise der Erlebnisregion Edersee anzuschließen, zu der zum Beispiel Fritzlar und Wabern gehören. „Wären wir dazu nicht eine wunderbare Ergänzung?“, fragte Döll. Allerdings müsse man bedenken, dass Felsberg „Stadtteile auf beiden Seiten der Autobahn“ habe. Veranstaltungen auf dem Heiligenberg würden zum Beispiel auch Besucher aus Melsungen anlocken.

Generell hätte man die Stadtverordneten mehr an den bisherigen Verhandlungen über eine mögliche neue TAG beteiligen müssen, kritisierte Döll. „Ich fordere einen Ausschuss, der künftig die Verhandlungen führt.“

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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