Städtepartnerschaften Wolfhagens unterscheiden sich in ihrer Intensität

Italienisches Flair in Meldola: Mit der kleinen Stadt in der Region Emilia Romagna ist Wolfhagen seit dem Jahr 2009 offiziell verbandelt. Viele Begegnungen hat es bislang aber nicht gegeben. Vor allem die Zurückhaltung von Bürgermeister Gianluca Zattini bremst einen Ausbau der Beziehungen aus. Foto: Privat/nh

Wolfhagen. Drei Städtepartnerschaften pflegt Wolfhagen – davon hat eine mehr oder weniger nur noch auf dem Papier Bestand. Der Kontakt ins italienische Meldola war nie wirklich mit Leben erfüllt.

Der aktuelle Bürgermeister, so heißt es, habe kein großes Interesse an einer Freundschaft. Die Verbindung ins thüringische Ohrdruf laufen seit einigen Jahren ebenfalls eher auf Sparflamme. Dagegen ist die Partnerschaft mit Tergnier in Frankreich geprägt von zahlreichen Begegnungen.

„Zwischen Ohrdruf und Wolfhagen ist inzwischen vieles Normalität geworden“, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake. Vielleicht sei dies eine Erklärung, weshalb die in den ersten Jahren nach der Wende häufigeren Aktivitäten zurückgefahren wurden. Vor allem die Feuerwehren pflegten damals einen engen Kontakt. Im kommenden Jahr, wenn die deutsche Einheit 25 Jahre alt wird, „haben wir Gelegenheit, den Faden wieder aufzunehmen“, sagt Reinhard Schaake weiter.

Enge Kontakte mit Tergnier

Bereits am 15. Dezember werde es eine Fahrt von Wolfhagern auf den Weihnachtsmarkt in Ohrdruf geben, kündigte Rainer Ruth an, der Vorsitzender der Partnerschaftskommission ist. Ruth bewertet die Beziehung zu den Thüringern als eher positiv. Sie sei zwar nicht so intensiv wie die Verbindung mit Tergnier, dennoch existiere ein regelmäßiger Austausch. Die Freundschaft mit Tergnier besteht seit über 32 Jahren. Vor allem die Schulen pflegen enge Kontakte, vermehrte Begegnungen gibt es auch zwischen den Musikschulen. Erst kürzlich waren die Jungen Philharmoniker zu Gast in der Picardie. Auch auf privater Ebene seien sich die Menschen beider Kommunen näher gekommen. Bürgermeister Schaake regte zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges im kommenden Jahr zu offiziellen Veranstaltungen in Tergnier oder Wolfhagen an. Immerhin sei ganz in der Nähe der französischen Partnerstadt die Kampflinie verlaufen; die Betroffenheit über die Ereignisse damals sei dort sehr groß.

Kein großes Interesse

Großes Sorgenkind bei den Partnerschaften ist Meldola. Mit der Stadt in der italienischen Region Emilia Romagna ist Wolfhagen seit Mai 2009 verbandelt, aber irgendwie noch nicht so richtig warm geworden. Der amtierende Bürgermeister Gianluca Zattini habe kein sehr großes Interesse an einer Intensivierung der Kontakte – wie Rainer Ruth sagt, aus finanziellen Gründen.

Die Partnerschaftskommission und Rathaus-Chef Schaake hoffen nun bei den anstehenden Wahlen auf einen Wechsel im Rathaus. Dann könnte es leichter werden, Verbindungen nach Italien zu knüpfen. Dessen ungeachtet wird aber der Heimat- und Geschichtsverein Wolfhagen im Mai nächsten Jahres nach Meldola reisen.

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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