39 Stalking-Fälle im Kreis - Hohe Dunkelziffer

Terror aus verschmähter Liebe: 39 Stalking-Fälle im Landkreis

Schwalm-Eder. Stalking ist ein Thema im Landkreis, obwohl die Anzeigen rückläufig sind. 39 Fälle gab es im vergangenen Jahr, sechs weniger als im Jahr zuvor. Die Dunkelziffer dürfte aber erheblich höher liegen, sagt Simone Feußner, Sachbearbeiterin für häusliche Gewalt bei der Polizeidirektion Schwalmstadt.

Das legten auch die Zahlen aus Schwalmstadt nahe. Die Beamten registrierten dort deutlich mehr Fälle als im Vorjahr. „Die Hemmschwelle ist für manche Opfer sehr hoch. Was im Dorf passiert, bleibt auch meist im Dorf“, sagt Feußner. Die Opfer von Stalking seien vor allem Frauen, sagt Reinhard Giesa, Pressesprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. 80 Prozent der Tatverdächtigen waren Männer. Die meisten Täter seien zwischen 25 und 49 Jahre alt.

Nach Aussage Giesas können die Stalker Kollegen, Nachbarn oder völlig Unbekannte sein. Oft seien es ehemalige Partner, die das Beziehungsende nicht akzeptieren. Die Täter versuchten, Rache zu üben oder die Beziehung mit aller Kraft wieder herzustellen. Sie terrorisierten per Telefon, fragten Bekannte und Kollegen aus oder diskreditierten ihre Ex-Partner öffentlich.

In extremen Fällen bestehe die Gefahr von körperlichen oder sexuellen Angriffen.

Für eine Anzeige müssten die Opfer selbst darlegen, dass sie beharrlich und wiederholt belästigt werden. Deshalb sollten die Opfer alle Belästigungen möglichst vollständig dokumentieren, rät Giesa.

Ihren Alltag zu meistern, fällt vielen der Opfer schwer. „Man merkt, dass sich die Frauen zurückziehen. Sie sind nervös und fühlen sich permanent verfolgt“, sagt Vera Motl-Stritter von der Frauenberatungsstelle in Homberg.

Bis zu 40 Prozent der Opfer geben laut Studien ihre Arbeit auf. Reinhard Giesa rät dazu, das Umfeld einzuweihen, damit Familie und Kollegen keine Informationen herausgeben.

Quelle: HNA

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