Zahl der angezeigten Fälle im Landkreis seit 2008 rückläufig

Stalking-Gesetz soll noch schärfer werden

Schwalm-Eder. Stalking kann Opfer psychisch zerstören und sogar in den Selbstmord treiben. Die bei der Polizei angezeigten Fälle gehen im Schwalm-Eder-Kreis jedoch seit der Einführung des Anti-Stalking-Gesetzes zurück.

Seit 2007 gibt es das Anti-Stalking-Gesetz, den Paragrafen 238 im Strafgesetzbuch. Waren es 2008 nach Angaben der Polizei noch 54 Fälle im Landkreis, sank die Zahl kontinuierlich auf 40 im Jahr 2012. Etwa drei Viertel der Opfer sind weiblich – bei den Tätern handelte es sich im Landkreis etwa zu 75 Prozent um Männer.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) erwägt aktuell, das Gesetz zu verschärfen. Vorstellbar sei, bereits bei einer drohenden Beeinträchtigung des Lebens des Opfers den Paragrafen anzuwenden.

Vorfälle dokumentieren

Derzeit muss die Beeinträchtigung tatsächlich vorliegen. Diese zeichne sich aber dadurch aus, dass der Täter beharrlich und hartnäckig sein Opfer terrorisiert. Und genau das könne eine Hürde sein, sagt Reinhard Giesa, Sprecher der Polizeidirektion Schwalm-Eder. Ein Mensch, dem massiv nachgestellt werde, handele möglicherweise nicht so rational, dass er Behörden oder Beratungsdienste einschalte.

Befinde man sich in erst in einer Angst-Spirale, gehe man nicht ans Telefon und vermeide Außenkontakte. Dann werde es immer schwieriger, Hilfe hinzuzuziehen. Daher sei der frühzeitige Kontakt von immenser Bedeutung: Kollegen müssten wissen, dass sie Kontaktdaten nicht weitergeben dürfen und das Umfeld sollte miteinbezogen werden.

Die Betroffenen müssen für eine Bestrafung eine Beharrlichkeit des Täters nachweisen. Anrufe, E-Mails, SMS, Geschenke – am besten wird alles dokumentiert: „Denn die Beweislast muss für eine Verurteilung ausreichen“, sagt Giesa.

Quelle: HNA

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