Ein Pieks mit großer Wirkung

Mit seinen Stammzellen rettete er eine Frau

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Kleiner Aufwand, große Wirkung: Mathias Reimer spendete Stammzellen. Er hofft , dass sich für die Geschwister Kader, Sibel und Mustafa ein Spender findet.

Wasenberg/Alsfeld. 2005 hatte Mathias Reimer an einer Typisierungsaktion teilgenommen. Im vergangenen Jahr stellte sich heraus, dass er der genetische Zwilling einer an Blutkrebs erkrankten Frau ist. Der 45-Jährige spendete Stammzellen und ermöglichte so für die Frau die lebensrettende Transplantation.

Das Leben von Kader (14), Sibel (12) und Mustafa (5) ist bestimmt von ihrer schweren Krankheit, nur durch eine Stammzellentransplantation haben sie die Chance auf ein normales Leben. In Wasenberg gibt es für die drei Geschwister am Samstag, 16. März eine Registrierungsaktion. Wir sprachen mit Mathias Reimer. Er rettete mit seiner Stammzellenspende ein Menschenleben.

Reimer ließ sich vor acht Jahren in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren, weil die Kinder eines Feuerwehrkameraden an Leukämie erkrankt waren. Nicht nur den beiden Kindern geht es inzwischen gut, erzählt Reimer, auch er konnte ein Leben retten. Seine Stammzellen wurden von einer 65-jährigen Frau aus den Niederlanden benötigt. Mehr weiß er von der Frau nicht, da die Spende anonym erfolgt.

Matthias Reimer ist froh, dass er der Frau helfen konnte. „Es ist nicht schwierig“, sagt er, „investieren muss man eigentlich nur ein bisschen Zeit“. Der Voruntersuchung beim Hausarzt folgte ein zweitägiger Klinikaufenthalt in Köln. Von dort nahm er ein Medikament mit nach Hause - „so eine Art Thrombose-Spritze“ - , das er sich fünf Tage lang unter die Haut spritzte. Damit sollte das Immunsystem angeregt werden, mehr Stammzellen zu produzieren. Reimer verspürte dadurch leicht grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen. Drei Stunden dauerte letztendlich die Entnahme der Stammzellen. „Ein bisschen wie eine Dialyse. Das Blut wird gefiltert“, beschreibt Reimer den Vorgang.

Matthias Reimer sagt, er musste nicht viel beitragen. Kosten sind ihm nicht entstanden. „ Nicht mehr als ein kleiner Aufwand, der allerdings für einen anderen Menschen den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmacht.“

Von Sylke Grede

Registrierung: Samstag, 16. März, 11 bis 17 Uhr, Kulturhaus der Generationen, Am Rathaus 2 in Wasenberg

Quelle: HNA

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