Verein zur Förderung der Palliativmedizin will Versorgung im Kreis verbessern

Stark für Schwerstkranke

Sie leiten den Verein: Der Vorstand mit von links Doris Guldner, Dr. Wilhelm Gimbel, Vorsitzende Hanne Schoppenhorst, 2. Vorsitzende Beate Hasenpflug und Claudia Thiel. Hanna Czubayko ist nicht im Bild. Foto: nh

Schwalm-Eder. Hanne Schoppenhorst ist die neue Vorsitzende des Vereins zur Förderung der Palliativmedizin in Fritzlar. Damit löst die Hausärztin und Palliativmedizinerin den Onkologen und Gastroenterologen Dr. Wolfgang Weber (Homberg) ab, der sich aufgrund fehlender Zeit nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stellte. Der Verein dankte ihm für das Engagement.

Seit Gründung im Jahr 2004 setzt sich der Verein für die verbesserte Versorgung Schwerkranker und Sterbender im Schwalm-Eder-Kreis ein. Seit dem 1. April 2007 gibt es sogar einen Rechtsanspruch der schwerkranken Versicherten gegenüber ihrer Krankenkasse auf die qualifizierte Versorgung durch ein spezialisiertes Team, ein so genanntes Palliativ-Care-Team.

Während bundesweit, meist in größeren Städten diese Teams schon erfolgreich arbeiten, fehlt diese Infrastruktur in unserer Region. Und das, obwohl sich seit Jahren ein regionaler und überregionaler Runder Tisch mit Palliativärzten, niedergelassenen Ärzten, Palliativpflegekräften, Hospizdiensten, Einrichtungsleitern und Krankenkassenvertretern regelmäßig trifft.

Der neue Vereinsvorstand hat sich daher das Ziel gesetzt, zusammen mit diesen Akteuren die Versorgung der unheilbar erkrankten Menschen nach den Richtlinien der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, kurz SAPV genannt, flächendeckend aufzubauen.

Dazu wird das Palliativnetz Schwalm-Eder gegründet. Auf diese Weise soll gewährleistet werden, dass der Leistungsanspruch der Versicherten erfüllt werden kann. „Wir möchten besser über den Rechtsanspruch auf Palliativpflege informieren, damit mehr Betroffene auch ihre Rechte einfordern bei den Kassen“, sagt Vorstandsmitglied Beate Hasenpflug. So könne der Druck erhöht werden, denn ohne Palliativ-Care-Team im Kreis sei die Versorgung nicht möglich. Teams aus dem Raum Kassel oder Fulda kämen nicht über so weite Strecken zum Einsatz.

Neben der Zusammenarbeit zwischen stationären und ambulanten Bereichen will der Verein die Bildungsarbeit zur Palliativ- und Hospizversorgung fördern. Wichtig sei auch die Nachwuchsförderung. (red)

Kontakt: Verein zur Förderung der Palliativmedizin: Hanne Schoppenhorst in Bad Zwesten, Tel. 0 56 26 / 83 02, Telefax: 0 56 26 / 85 62, und Beate Hasenpflug, 01 71/24 69 643.

Quelle: HNA

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