Verein besitzt 7000 Funde

Start für neues Museum: Homberger Hohenburgmuseum eröffnet in Engelapotheke

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Freuen sich auf die Eröffnung des Museums: Alfred Uloth (von links), Karl Hesse, Wolf-Dietrich Linke und Hans Skamel haben mit Helfern und Freunden das Hohenburgmuseum eingerichtet.

Homberg – Es wurde gehämmert, gesägt und gemalert, und nach zwei Jahren Bauzeit ist es soweit: Mit dem Hohenburgmuseum wird das erste Museum in der ehemaligen Engelapotheke in Homberg am Freitag, 15. März, offiziell eröffnet.

Besucher können die Ausstellung von Dienstag, 19. März, an besichtigen. Wir haben uns vorher schon einmal umgeschaut.

7000 Funde besitzt die Burgberggemeinde, alle wurden zwischen 1997 und 2001 in dem 150 Meter tiefen Brunnen auf dem Burgberg gefunden. Die schönsten werden jetzt im Museum ausgestellt. Seit Ende 2018 richtet das Team um Alfred Uloth, Karl Hesse, Wolf-Dietrich Linke, Hans Skamel und Waldemar Volk die Räume ein. Das Konzept haben die Männer selbst entwickelt. „Wir haben kein übliches Museum“, sagt Hans Skamel. Viele Bilder hängen an den Wänden, Texte erzählen von der Geschichte der Burg.

Verschiedene Themenbereiche erwarten Besucher im ersten Obergeschoss auf einer Fläche von 130 Quadratmetern. Den Anfang machen Rekonstruktionen der Burg, ein Modell und alte Stadtansichten. Sie zeugen von der Geschichte des Bauwerks, Keramiken, Werkzeuge und Gefäße erzählen vom Leben auf der Burg.

Außerdem bietet das Museum Informationen zum Schicksal der Burg im Dreißigjährigen Krieg. Darauf sind die Männer besonders stolz: Im Mittelpunkt steht der Bericht von Daniel Johann Homagius, einem Soldaten des Hessischen Regimentes. Er erzählt von den letzten Kriegshandlungen im Jahr 1648. An einer Schautafel lassen sich per Knopfdruck Beschießung, Belagerung, Rückeroberung der Burg sowie geheime Wege nachvollziehen. Das Leben auf der Burg wird ebenfalls thematisiert. Schwerpunkt sind Ofenplatten, die im Brunnenschacht gefunden wurden. Die Platten wurden wieder zu einem Ofen zusammengefügt.

Bis es soweit war, mussten alle Objekte auf ihre Verwertbarkeit überprüft werden, sagt Alfred Uloth. Über mehrere Jahre waren die Funde in Räumen der Dörnberg-Kaserne untergebracht. Für die Einrichtung des Museums erhielt der Verein eine Förderung des Knüll-Zweckverbands, 20 000 Euro mussten selbst finanziert werden, berichtet Uloth.

Wie das Haus der Reformation im Erdgeschoss soll auch das Hohenburgmuseum zum außerschulischen Lernort werden. Der Eintritt zum Museum soll kostenlos sein, eine Spendenbüchse wird aufgestellt. „Wer überzeugt vom Besuch ist, der spendet gerne etwas“, ist Uloth überzeugt. Der Verein will regelmäßig Führungen anbieten.

Das Hohenburgmuseum wird mittwochs von 10 bis 12 Uhr und sonntags von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung geöffnet sein. Informationen gibt es per E-Mail an info@burgberggemeinde-homberg.de

Sanierung der Engelapotheke begann im Jahr 2017

Die Sanierung der Engelapotheke begann im Jahr 2017 mit Zimmerarbeiten. Das Haus befand sich in Schräglage – vom Giebel bis zum Erdgeschoss einen Meter – das musste zuerst stabilisiert werden, sagt Christine Hess, die für die Sanierung zuständige Architektin. 

Die Außenwände des Erdgeschosses mussten zum Großteil neu gemauert werden, weil das Holz faul war. Betroffen waren die Rückseite des Hauses und die Seite zur Obertorstraße, berichtet Hess. Alle anderen Gebäudeseiten bestehen weiterhin aus Fachwerk. Zudem wurden im Dachstuhl große Schäden im Holz festgestellt. 

Dabei gab es wohl noch größere Überraschungen beim Bau: Als der Aufzug im Nachbargebäude eingebaut werden sollte, wurde festgestellt, dass in den Decken Stahlträger verbaut waren. Damit verzögerte sich der Einbau. Alle Holzverbindungen wurden laut Architektin denkmalgerecht und in traditioneller Weise wieder hergestellt. 

Außerdem wurde die Fassade der Bauverwaltung an der Obertorstraße 1 bereits vollständig neu hergestellt. Auch das Dach des Gebäudes sei bereits zu einem größeren Teil gerichtet worden, als zu Anfang geplant. 

Die Museen Haus der Reformation und Hohenburg zogen im Dezember 2018 ein, um sich einzurichten. Auch die Wohnungen sind fertig, berichtet Hess. Die Außentreppe für den zweiten Fluchtweg soll am Freitag eingepasst werden.

Quelle: HNA

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