Die neuen Zuwanderer im Kreis haben mit Problemen zu kämpfen, die Sprache ist eins

Ein Start mit Hindernissen

Büffeln Vokabeln: Marek Staniek und sein Sohn Robert Staniek stammen aus Polen. Der Vater hat sich als Maler selbstständig gemacht, nun soll der Sohn ihm helfen. Damit das Geschäft gut läuft, wollen die beiden ordentlich deutsch lernen. Foto: Schittelkopp

Schwalm-Eder. 230 Migranten sind dieses Jahr neu im Landkreis. Das ist mehr als nur eine Zahl. Hinter der Gruppe der Einwanderer verbergen sich persönliche Geschichten. Wir haben uns in einem Integrationskurs in Treysa umgehört. Zwölf Teilnehmer aus Afghanistan, Kuba, der Türkei und Polen lernen von Montag bis Donnerstag in der Ostergrundschule deutsch.

Für viele begann die Zeit mit Hindernissen: Die schwierige Suche nach einem Arbeitsplatz ist eins davon. Sie fühlen sich allein in der fremden Region und sprechen zudem noch nicht gut genug deutsch.

Suche nach Arbeit ist wichtig

Kurzclip 1: Tag der Migranten

„Ich möchte gern in meinem Beruf arbeiten“, sagt eine 24-jährige Afghanin, die ihren Namen nicht nennen will. Sie lebt seit zwei Jahren in Deutschland. In ihrem Heimatland hat sie Wirtschaft studiert. Die junge Frau weiß, sie hat noch einen langen Weg vor sich.

Auf die Suche nach Arbeit machte sich der 20-jährige Robert Staniek aus Polen. Er kam im März nach Gilserberg zu seinem Vater. „Der Junge soll lernen, was er im Leben will“, fügt sein Vater Marek Staniek hinzu. Er ist selbstständiger Maler und hat eine besondere Motivation, um Deutsch zu lernen: „Ich muss unbedingt besser sprechen. Das ist wichtig um Gespräche mit Kunden zu führen oder Material zu bestellen.“

Kurzclip 2: Tag der Migranten

Eine Arbeitsstelle hat der Türke Mahmut Uzun schon gefunden. Er reinigt Maschinen bei einem Süßwarenhersteller. Nach dem Sprachkurs geht er zur Arbeit. Manchmal kommt er direkt aus der Nachtschicht zum Deutschkurs. Dann wird der Kursbeginn um 8.30 Uhr zur Probe. Vor vier Monaten kam der 24-Jährige aus Liebe nach Treysa zu seiner Frau.

Kurzclip 3: Tag der Migranten

Ein Praktikum als Zahntechnikerin möchte Elena Markova aus Bulgarien machen. „Dafür muss ich deutsch lernen“, sagt die 33-Jährige. Sie hat Glück, ihre Ausbildung wird anerkannt. Die Bulgarin kam im September mit ihrem Mann und dem neunjährigen Sohn in den Kreis.

Einige Teilnehmer des Kurses sagen leise, dass die Einsamkeit in der fremden Region sehr hart sei. Ohne Freunde und ohne Arbeit wird der der Nachmittag nach dem Kurs quälend lang.

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

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