Bürgerbeteiligung ist möglich

Start für Photovoltaik-Anlage – Bürgerbeteiligung ist möglich

Stellte sich zur Eröffnung des Homberger Solarparks vor: Günter Elbrecht, Projektentwickler der Firma Tauber-Solar, die die Anlage jetzt vermarkten und betreiben wird. Er stellte eine Bürgerbeteiligung in Aussicht. Foto: Rohde

Homberg. Der Solarpark auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne in Homberg ist am Donnerstag seiner Bestimmung übergeben worden. Die Photovoltaik-Anlage gehört mit einer Leistung von 7,5 Megawatt zu den größten in Hessen.

Theoretisch würde die Leistung als Spitzenwert ausreichen, um die Kernstadt Hombergs mit Strom zu versorgen. Zwischen zehn und zwölf Millionen Euro sind investiert worden.

Erstmals stellte sich gestern auch das Unternehmen vor, das die Anlage vermarkten und betreiben wird. Es handelt sich um die Firma Tauber-Solar aus Tauberbischofsheim. Projektentwickler ist der Guxhagener Günter Elbrecht.

Die Tauber-Solar, deren Gründer aus dem Bereich der Volks- und Raiffeisenbanken stammten, habe die Anlage gekauft und werde nun Komplettlösungen einschließlich Finanzierung, Versicherung und Wartung anbieten, sagte Elbrecht gegenüber der HNA. Anlagen mit 90 Megawatt habe das Unternehmen bereits im Bestand.

Es gebe bereits eine Reihe von Investoren, die mit namhaften Beträgen einsteigen wollen („die Nachfrage ist größer als das Angebot“), aber auch Anleger mit weniger Kapital sollen zum Zuge kommen. Mindestens 10 000 Euro müsse man aber investieren. Eine genaue Rendite-Rechnung werde jetzt erarbeitet. Es werde eine Informationsveranstaltung für die Bürger geben. Der Termin stehe noch nicht fest, erklärte Elbrecht.

Die Einspeisevergütung betrage 15,95 Cent pro Kilowattstunde, erklärte er. Das sei der maximale Erlös für Konversionsflächen. Juristisch sei intensiv geprüft worden, dass es sich bei dem Gelände in Homberg um eine entsprechende Konversionsfläche handele. Das war in der Vergangenheit wiederholt in Zweifel gezogen worden. Die Einspeisevergütung hätte noch etwas höher ausfallen können, wenn die Anlage früher ans Netz gegangen wäre, sagte Elbrecht.

Mit der geplanten Bürgerbeteiligung seien letztlich alle Punkte verwirklicht worden, die das Parlament gewünscht habe, sagte Bürgermeister Martin Wagner.

Die Stadt werde jährlich 75 000 Euro an Pachteinnahmen erhalten, 93 000 Euro hätten es sein können, wenn es nicht zu Verzögerungen gekommen wäre, meinte Wagner. Gegen den Bau der Anlage und den Kauf des Kasernengeländes hatte es Widerstand gegeben (wir berichteten). Erfreulicherweise sei es auch gelungen, die Beweidung der Fläche durch eine Schäferei sicherzustellen, erklärte Wagner. Die Photovoltaik sei ein wichtiger Baustein bei der Energiewende, sagte Mark Weinmeister, Staatssekretär im hessischen Umweltministerium. Bis 2050 solle die thermische und elektrische Energie in Hessen zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.

Der Homberger Solarpark war in kürzester Zeit errichtet worden. Mitte Juli hatten die Arbeiten begonnen, Ende September wurde die Anlage von Eon Mitte abgenommen.

Quelle: HNA

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