Stauden für volle Blütenpracht

Gartenfreunde in Aktion: von links Landschaftsarchitektin Regina Riedel, Waltraud Schmelz vom Förderverein Kloster Haydau, die Praktikantin in der Denkmalpflege Carmen Götz und die Helfer Helmut Aebischer, Wolfgang Schmelz, Britta Sorger, Bernhard Solafy, Erika Gutierrez, Hubert Böhm, Hartmut Meyer und kniend Marthel und Heinz Möller. Foto:  Bläsing

Altmorschen. Die Westterrasse des Klosters Haydau in Altmorschen soll zu einer blühenden Pracht werden. Dieser Tage haben sich dort Gartenfreunde eingefunden und zahlreiche mehrjährige Stauden gesetzt.

Eisenhut und Glockenblume, Brennende Liebe, Schlüsselblume, Seifenkraut, Maiglöckchen und duftender Goldlack sowie drei Nelkensorten wurden in die Rabatten gesetzt. Dazwischen ist Platz für neue Rosen, die Hochzeitspaare pflanzen können.

Alte Pflanzenlisten

Bei den Pflanzen orientiert sich Landschaftsplanerin Regina Riedel an alten Listen aus dem ausgehenden 17. Jahrhundert. Manche Pflanzen waren 1696 noch Raritäten wie Tulpen, Krokusse und Narzissen dokumentiert. Wenige Jahre später hatte sich deren Zahl von 400 auf 7000 erhöht. Goldlack, damals als Gelbe Viole bezeichnet, wurde in einer Stückzahl von 160 aufgeführt. Dazu gab es eine größere Menge Nelken verschiedener Arten. Wo die Pflanzen aber genau platziert waren, ist nicht überliefert.

Beispielsweise zierten im Sommer Kübelpflanzen aus der Orangerie die Mauerkronen zwischen den Terrassen. „Die Neugestaltung sieht statt dessen schmale 80 Zentimeter breite Rabatten vor, die auch ein Stilmittel des Barockgartens waren. Sie geben uns Raum, das Repertoire der Blumen der Landgräfinnen und ihrer Gärtner zu zeigen und schaffen einen Sicherheitsabstand zu den darunterliegenden Gartenflächen“, erläutert Regina Riedel vom Kasseler Projektbüro Stadtlandschaft.

Bei der Anlage der Blumenrabatten bezieht sie sich auf die Gärtnerlisten von 1696 bis 1701 und ergänzt das Sortiment mit Pflanzen, die erst später nach Mitteleuropa kamen. „Bei der Pflanzenauswahl muss auf Langlebigkeit und Robustheit geachtet werden, da nicht wie in fürstlichen Gärten jede abgeblühte Staude sofort geschnitten werden kann“, betont Riedel.

Astern waren unbekannt

Auch die pflegeintensive Bepflanzung mit einjährigen Blumen sei in Haydau nicht umsetzbar, und viele der beliebten Spätsommer- und Herbstblüher wie Phlox, Sonnenhut, Astern und Dahlien waren zu Anfang des 18. Jahrhunderts noch nicht verbreitet, erklärt Regina Riedel. (bmn)

Quelle: HNA

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