Besuch aus Japan: Delegation informiert sich in Wolfhagen über Energiewende

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Informierten sich bei Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake nicht nur über Energiekonzepte, sondern bestaunten auch die alten Fachwerkhäuser in der Innenstadt: Die japanische Delegation der „National Association of Towns & Villages“.

Wolfhagen. Wissbegierigen Besuch aus Japan durfte Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake am Dienstag in der Stadt begrüßen. 30 Bürgermeister aus dem Land der aufgehenden Sonne waren nach Wolfhagen gekommen, um sich über Energie-Konzepte und Stadtentwicklung zu informieren.

Aber auch Kultur und Geschichte der Region standen im Mittelpunkt.

Der Kontakt kam über die Stadtwerke Wolfhagen zustande. Dort hatte die japanische „National Association of Towns & Villages“ Interesse bekundet, Wolfhagen zu besichtigen. In dem Verband sind Hunderte Vertreter japanischer Kleinstädte und Kommunen zusammengeschlossen, um sich Themen wie der Stadtentwicklung und Selbstständigkeit von Kommunen anzunehmen.

Nachdem der Wolfhager Verwaltungschef die Gäste im Alten Rathaus willkommen geheißen hatte, informierte er zunächst über Historisches und Wissenswertes zur Stadt. Weiterhin stellte Schaake die ehrgeizigen Pläne Wolfhagens vor, ab Ende kommenden Jahres ausschließlich auf erneuerbare Energien zu setzen.

Im Anschluss besichtigte die Gruppe die Wolfhager Stadtwerke. Dort gab Manfred Schaub, Geschäftsführer von Energie 2000 e.V. und Mitbegründer der Wolfhager Umweltstiftung, einen Rückblick auf die regionalen Entwicklungen im Energiesektor der vergangenen Jahre.

Besonders beeindruckt zeigten sich die japanischen Gäste dabei vom Genossenschaftsmodell der Stadtwerke. Dass - wie es durch die „BürgerEnergieGenossenschaft“ in Wolfhagen der Fall ist - die Bürger als Miteigentümer eines Versorgers aktiv mitbestimmen, war für viele der japanischen Bürgermeister neu.

„Das ist wirklich erstaunlich“, zeigte sich Matsumoto Akio erstaunt. Der Bürgermeister von Hokuei, einer mittelgroßen Stadt im Süden der japanischen Hauptinsel Honshu, lobte auch das Genossenschaftsmodell der Stadtwerke. „In Japan wäre es sehr mühsam, so etwas zu realisieren.“ Die Solidarität und das Engagement der Deutschen beeindrucke ihn, so Akio.

„Die Deutschen sind mit ihrem Umweltbewusstsein viel weiter als wir Japaner“, pflichtet ihm Masami Arioka bei. Der Bürgermeister von Yasuda will sich nun dafür einsetzen, dass japanische Kinder bereits im Kindergarten über Umweltthemen aufgeklärt werden.

„Wir haben eine gemeinsame Vision“, sagt Reinhard Schaake. Der Besuch der Delegation zeige, dass viele Japaner die Augen vor der Atomkatastrophe in Fukushima vor drei Jahren nicht verschlossen hätten und bereit seien, etwas zu ändern.

Von Anton Kostudis

Quelle: HNA

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