Homberg wie im Dornröschenschlaf

Stefan Giebel will als Bürgermeisterkandidat für SPD antreten

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Da will er hin: Dr. Stefan Giebel will in Homberg Bürgermeister werden.

Homberg. Wenn es um die Entwicklung Hombergs geht, hat Dr. Stefan Giebel ganz klare Vorstellungen. Die sollte er auch haben, denn er will im nächsten Jahr als Bürgermeisterkandidat für die SPD ins Rennen gehen und Nachfolger von Martin Wagner werden. Der Amtsinhaber und CDU-Mann tritt ebenfalls wieder zur Wahl an.

Schade findet es Giebel, dass Homberg zwar offiziell die Kreisstadt sei, aber in der Wahrnehmung der Menschen diese Position nicht einnehme. Das müsse sich ändern.

„Es hat in Homberg schrittweise ein Abbau stattgefunden“, sagt Dr. Giebel. Krankenhaus und Bundeswehr seien weg und die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr im Vergleich mit Städten wie Fritzlar und Melsungen schlecht. „Ein funkionierender ÖPNV bringt Menschen und Einwohner in die Stadt“, so Dr. Giebel. Stattdessen habe Homberg in den vergangenen Jahren zehn Prozent der Einwohner verloren. Giebel ist davon überzeugt, dass Homberg als Kreisstadt zum Arbeiten und Leben sehr interessant ist. Es müsse aber gelingen, die Stadt attraktiver zu machen. Er habe vor, mit Unternehmern zu sprechen und sie von den Vorzügen Hombergs zu überzeugen. „Die Stadt ist innerhalb von 30 Minuten von Kassel aus zu erreichen, das ist für Gewerbetreibende eine optimale Lage.“

Auch im medizinischen Bereich bestehe noch Bedarf. „Wir müssen zentrale Einrichtungen nach Homberg holen.“

Die Stadt sei zwar unter dem Rettungsschirm, doch dürfe man sich auch nicht kaputt sparen. Hinzu komme, dass man mit Engagement vieles ausgleichen könne. „Die Menschen, die in Homberg leben, sind das größte Kapital der Stadt.“

Schlecht aufgestellt sei Homberg in Sachen Wellness und Tourismus. Gebe man bei Hotel-Suchportalen im Internet Homberg ein, werde man nicht fündig. „Aus diesem Dornröschenschlaf würde ich die Stadt gerne wecken.“

Bei den alternativen Energien gebe es auch Nachholbedarf. Die dezentrale Versorgung sei ein wichtiges Thema. Biogas und Wasserenergie sieht Giebel als Chance für Homberg. Biete man eine gute Energieversorgung, locke das auch Unternehmer in die Stadt. Die Entwicklung der Infrastruktur wolle er Schritt für Schritt voran bringen; und mit ihr auch die Schaffung von qualitativ guten Arbeitsplätzen. Eine Kooperation mit einer Universität sei ebenfalls denkbar.

Bei der Entwicklung der historischen Altstadt sei es wichtig, dass der Stadtkern nicht verloren gehe. Klar sei, was abgerissen werde, sei für immer verloren. Zudem habe man von vielen kleinen Geschäften mehr als von einem großen Anbieter. „Die Stadt muss nachhaltig entwickelt werden.“ Er könne sich zur Aufwertung auch mittelalterliche Feste in der Altstadt vorstellen - wie etwa in Fritzlar oder Gotha. „Aber das alles wird sich nicht von heute auf morgen entwickeln.“

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Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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