Regina Faust war vor 25 Jahren erfolgreiche Feuerwehrfrau und ist noch immer aktiv

Sie steht ihren Mann

Wasenberg. Ihr Name steht für die Feuerwehr. Regina Faust aus Wasenberg war vor 25 Jahren die erste Frau in Hessen, die das Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Gold erhalten hatte. Damals trug sie noch ihren Mädchennamen Berneburg. Heute ist sie 47, mit Gemeindebrandinspektor Horst Faust verheiratet und zweifache Mutter. Und Regina Faust ist immer noch aktive Feuerwehrfrau.

Dazu gehört eben auch, dass bei ihr manchmal das Mittagessen kalt wird. Oder der Kaffee – wie in der vergangenen Woche, als kurz nach 8 Uhr der Pieper alarmiert: Feuer in Willingshausen. Schnell rein in die Brandschutzjacke, die Hose, die Stiefel, noch den Helm schnappen und ab zum Einsatz.

Mit 12 Jahren zur Feuerwehr

Die Feuerwehr ist Teil ihrer Familie geworden. „Ein Leben ohne Feuerwehr kann ich mir nur schwer vorstellen“, sagt Regina Faust. Sie war zwölf, als sie zur neuen Wasenberger Jugendgruppe kam. Übungsstunden, Lehrgänge und Wettkämpfe waren für das Mädchen selbstverständlich und machten Spaß. Die Tochter eines Feuerwehrmannes war erfolgreich: „Die Wasenberger kommen“, hieß es damals bei den Wettkämpfen, als sie mit ihrer Truppe Siege sammelte. Wenn sie das heute hört, lächelt Regina Faust bescheiden. Die vielen Pokale im Feuerwehrgerätehaus erwähnt sie nur auf Nachfrage.

„Ein Leben ohne Feuerwehr kann ich mir nur schwer vorstellen.“

Regina Faust Hauptfeuerwehrfrau

Die Zeiten haben sich geändert. „Früher gab’s bei uns nur Feuerwehr und Sportverein.“ Heute hätten die Kinder viel mehr Freizeitmöglichkeiten. „Die Kinder sind heute schwer zu binden“, sagt Regina Faust, „und viele wollen sich nicht mehr unterordnen.“ Das ist aber später wichtig bei der Einsatztruppe, denn einer muss die Führung haben, der Rest folgen. Das sei nicht immer leicht für die Jugendwarte. Gleichwohl sei eine gute Jugendarbeit wichtig für die Zukunft einer Feuerwehr.

Die Anforderungen an die Feuerwehrleute haben sich in den vergangenen 25 Jahren stark verändert. Heute müsse viel mehr technische Hilfe geleistet werden als noch vor 25 Jahren: Bergung bei Unfällen, umgestürzte Bäume beim Unwetter, Einsatz bei überfluteten Kellern. Frauen sind mittlerweile gleichberechtigt. „Früher war Feuerwehrarbeit eine reine Männerdomäne“, sagt Regina Faust, die weiß wie es sich anfühlt, bei ihrem Dienst belächelt zu werden. Dabei steht sie, die den Rang einer Hauptfeuerwehrfrau hat, den meisten männlichen Kollegen in nichts nach.

Ihr wurde bereits das Silberne Brandschutzehrenzeichen am Band verliehen: für 25-jährigen aktiven Dienst in der Feuerwehr. Darauf ist sie stolz, auch wenn sie genau das nicht gerne hört. „Ich stehe nicht gerne im Rampenlicht.“ Und doch war das so vor 25 Jahren. Denn sie wird immer die erste hessische Frau mit einem Leistungsabzeichen in Gold sein.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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