Steigende Benzinpreise setzen Taxibranche unter Druck

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Teures Geschäft: Jens Marggraf bekommt mit seinem Taxiunternehmen zwar zwei bis drei Cent Rabatt an der Zapfsäule, dennoch machen die stetig steigenden Benzinpreise dem Betrieb zu schaffen.

Melsungen. Die Autofahrer ächzen unter Rekordpreisen an den Zapfsäulen im Melsunger Kreisteil. Doch während einzelne noch auf öffentliche Verkehrsmittel oder das Rad umsatteln können, bleibt Betrieben, die vom Fahren leben, keine Wahl - sie müssen tief in die Tasche greifen.

„Die Kraftstoffpreise machen uns enorm zu schaffen“, sagt Jens Marggraf, der ein Taxiunternehmen in Melsungen und Rotenburg betreibt. Der Grund: Seit vier Jahren fahren seine Taxis für den gleichen Kilometertarif - ohne Rücksicht auf die Preisentwicklung am Kraftstoffmarkt.

Im Dezember 2008, am Höhepunkt der Finanzkrise, kostete ein Liter Diesel im bundesweiten Durchschnitt 1,09 Euro. Im Dezember 2011 waren es bereits 1,43 Euro, bis heute hat der Dieselpreis sogar mehrfach die Marke von 1,50 Euro überschritten. Das entspricht einer Preissteigerung von zeitweise 41 Cent pro Liter.

Ein Kilometer im Taxi kostet seit vier Jahren 1,40 Euro. Brutto, wie Marggraf betont. „Davon gehen die Umsatzsteuer sowie Betriebs- und Personalkosten noch ab.“ Deshalb hat Marggraf im vergangenen Jahr eine Tariferhöhung beim Magistrat der Stadt Melsungen beantragt, denn dort werden die Taxipreise festgelegt. Der Antrag wurde abgelehnt. „Das hat mich schon geärgert, schließlich will ich meine Mitarbeiter auch angemessen bezahlen können“, sagt Marggraf.

Lediglich die Grundgebühr pro Fahrt wurde von zwei Euro auf 2,30 Euro angehoben. „Obwohl mir daran nicht viel lag“, erklärt Marggraf, „denn die meisten Kosten entstehen bei der Fahrt.“ Besonders auf dem Land, wo seine Fahrer deutlich längere Strecken zurücklegen müssen als bei vergleichbaren Betrieben in Ballungszentren. „Wir fahren daher viele Leerkilometer, also Strecken ohne Fahrgast.“

Von Sebastian Lammel

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Quelle: HNA

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