Helmut Most und Wolfgang Stoike sind neue Obleute für Grenzmale

Steine erzählen Geschichte

Alter Grenzstein: Er trennte das kurmainzische Fritzlar und das Land derer von Löwenstein. Foto: nh

Borken. Helmut Most und Wolfgang Stoike aus Kleinenglis haben eine Vorliebe für alte Grenzsteine und jetzt ein Ehrenamt: Von der Hessischen Verwaltung für Bodenmanagement und Geoinformation wurden sie zu Obmännern für die Erhaltung und Pflege historischer Grenzmale in Fritzlar-Homberg ernannt.

Gerhard Rohde, Leiter des Amtes für Bodenmanagement Homberg, sprach bei der Vorstellung der Obmänner im Borkener Rathaus über die historische Bedeutung der Grenzsteine. Sie stellten einen großen Wert im Heimat- und Geschichtsverständnis dar.

Gefahr durch Sammler

Durch Veränderungen in der Landschaft, durch die fortschreitende Technisierung und durch private Sammlerleidenschaft seien die Grenzsteine stark gefährdet. Aus geschichtlichen, künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen sei es geboten, diese steinernen Zeitzeugen besonders zu schützen.

Zunächst müssten die Steine erfasst werden. Die Bewohner sollten vor allem auch über die Bedeutung der Steine und deren Wert informiert werden.

Dafür werden künftig Helmut Most und Wolfgang Stoike zuständig sein. Mit der Erfassung haben die beiden inzwischen schon begonnen. Für die Grenzmale soll ein digitaler Bildnachweis erstellt werden.

180 Steine haben Most und Stoike bereits verzeichnet. Den ältesten aus dem Jahr 1535 entdeckten sie bei Wenzigerode, das ursprünglich zu Waldeck gehörte. Es ist ein Stein, der die Grenze zu Fritzlar markierte.

Wie Most erzählte, ranken sich um die Grenzsteine interessante und schaurige Geschichten. So seien angeblich Leute, die versucht hätten, einen Grenzstein zu stehlen oder zu versetzen, bis zum Hals eingegraben und malträtiert worden. (zzp)

Quelle: HNA

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