Stellberg ist nun Favorit- Sonderausschuss spricht sich gegen Kindergarten-Neubau in Hombergs Altstadt aus

AchimJäger

Homberg. Längst ist man sich in Homberg einig, dass die Stadt dringend einen neuen Kindergarten braucht, allein für dieses Jahr stehen bereits 60 Kinder auf der Warteliste. Uneinig ist man sich noch über den Standort. Der Kindergarten-Sonderausschuss gibt jetzt eine mehrheitliche - nicht einstimmige - Empfehlung für einen Neubau am ehemaligen Schützenplatz nahe der Stellbergschule. „Es war eine schwierige Entscheidung, die nach einer hitzigen und guten Diskussion gefallen ist", sagt der Vorsitzende Achim Jäger im HNA-Gespräch.

Vor allem zwei Standorte standen letztlich zur Wahl: ein Neubau für fünf Gruppen am Stellberg (Kosten: 2,83 Millionen Euro) und ein Umbau der Scheune Landesfeind in der Altstadt für vier Gruppen (Kosten: 3,17 Millionen Euro). Bei den Kosten handele es sich nicht um die endgültige Summe, sondern um Vergleichsgrößen, die ein Architekt ermittelt habe.

Vor allem die Verkehrs- und Parksituation, die höheren Kosten und der Außenbereich für ein Spielgelände habe gegen die Scheune Landesfeind und somit für den Neubau am Stellberg gesprochen, erklärt Jäger. Außerdem gebe es am Stellberg eine ebene Fläche, und man sei in unmittelbarer Nähe zur Grundschule (Stellbergschule). Davon könnten die Kindergartenkinder profitieren, da Kindergarten und Schule kooperieren könnten.

Der Sonderausschuss gibt zudem zwei Empfehlungen: „Der Kindergarten Mardorf sollte saniert und zu einer zweigruppigen Einrichtung umgebaut werden“, sagt Jäger. Das sei letztlich wirtschaftlicher. Außerdem sollte kurzfristig ein naturnaher Kindergarten (Waldkindergarten) eingerichtet werden. Möglicher Standort dafür wären die Dittmarschen Gärten am Obertor. Von dort aus könnten die Kinder zum Schlossberg gehen.

Außerdem beschäftigt sich der Magistrat der Stadt bereits damit, ob im Kindergarten Hülsa eine zweite Gruppe eingerichtet werden könnte.

Ein Kindergarten am Stellberg sei eine gute Lösung, doch biete eine solche Einrichtung in der Altstadt eine von den großen Chancen, die man nur selten erhalte, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz und nennt Gründe dafür: Man würde bei einem pädagogisch gleichwertigen Angebot das Quartier aufwerten, Leerstand beseitigen und die Wohnnutzung in der Altstadt stärken.

Eine mögliche Kombination aus Waldkindergarten und fester Einrichtung wäre umsetzbar, da der Burgberg dann so etwas wie der größte Spielplatz der Stadt wäre. Mit einer Innenstadt-Kita könnte man Eltern ein neues Angebot machen. Und: Die Verkehrssituation hält Ritz für wesentlich besser als am Stellberg. In der Weber- und Salzgasse sowie der Hessenallee gebe es nur Ziel- und Quellverkehr. „Es gibt dort keine Anlieferung und dort fahren keine Busse.“

Das sei am Stellberg anders. Auch wenn die Variante in der Scheune Landesfeind auf den ersten Blick teurer sei, so bekomme man am Ende durch die Impulse für die Innenstadt mehr fürs Geld, so Ritz.

„Es besteht Handlungsbedarf“, sagt Jäger. Deshalb müsse eine Entscheidung her. Bauausschuss und Finanzausschuss werden in der nächsten Woche beraten. Am Donnerstag, 18. Februar, sollen die Stadtverordneten entscheiden.

Immer mehr Kindergartenplätze fehlen

„Laut Einwohnerstatistik sind aktuell in Homberg 688 Kinder bis sechs Jahre gemeldet. In der Stadt samt Stadtteilen gibt es derzeit 445 Kindergartenplätze, die vollständig belegt sind“, erklärt Jäger. Für das neue Kindergartenjahr 2016/2017 lagen bereits im Januar mehr als 40 Anmeldungen vor, die keinen Platz erhalten können. „Diese Zahl wird bis zum Sommer ansteigen. Ausgehend von einer durchschnittlichen Kinderzahl von 130 pro Jahrgang würden zukünftig mehr als 150 Kindergartenplätze in Homberg fehlen“, so Jäger weiter. Die durchschnittliche Gruppe sei mit 17 Kindern belegt, so dass zukünftig sechs bis acht Kindergartengruppen fehlen würden.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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