Dreikönigssingen: Zwölf junge Leute bereiten sich in Treysa auf ihren großen Tag vor

Sterne bringen den Segen

Am Freitag ziehen sie von Haus zu Haus: Etwa 60 Familien, Seniorenheime, Rat- und Pfarrhäuser werden die zwölf Sternsinger in Treysa und Gilserberg besuchen. In anderen Gemeinden des Pastoralverbundes sind die Sternsinger am Sonntag unterwegs. Fotos: Rose

Treysa. Lena Bachmann (13) und Marie Herrmann (13) fühlen sich in ihren lilafarbenen und blauen Umhängen so richtig wohl. Ja, gar königlich. Und das soll auch so sein. Denn schließlich gehören die beiden jungen Damen zum Team der Treysaer Sternsinger. Gemeinsam mit zehn weiteren Kindern und Jugendlichen im Alter von neun bis 16 Jahren bereitet sich die Gruppe im katholischen Pfarrheim auf den Dreikönigstag vor.

Nach dem Aussegnungsgottesdienst am Freitag, neun Uhr, besuchen die Sternsinger in Treysa und Gilserberg etwa 60 Familien, Seniorenheime, Rathäuser und evangelische Pfarrhäuser, um den Segen für das neue Jahr zu bringen und Spenden für Kinder in Not zu sammeln. „Die Aktion ist mittlerweile ökumenisch“, sagt das Team.

In Treysa hat das Dreikönigssingen eine lange Tradition. Claudia Knieling, die gemeinsam mit Beate Lippert, Martina Plag und Günter Neul die Besuche organisiert, gehörte Mitte der 80er-Jahre selbst zur ersten Sternsingertruppe. Entstanden sei die Idee über eine Wette. Am Heiligabend hatte die damalige Küsterin Hilde Dittrich mit Eltern gewettet, dass sie es nicht schaffen, noch bis zum 6. Januar eine Sternsingeraktion auf die Beine zu stellen. „Meine Mutter hat sofort fieberhaft Umhänge und Gewänder genäht“, erzählt Knieling. 1989 wurde die muntere Gruppe sogar zum Bundeskanzler eingeladen. Die Jugendlichen hatten den Besuch bei einem Wettbewerb des Bistums gewonnen. „Wir haben einen besonderen Stern gebastelt, ihn eingesandt und gewonnen“, erklärt die Treysaerin.

Aufgaben klar verteilt

Einige Gewänder stammen noch von damals, andere haben die Frauen nach und nach angefertigt. Bis zu 20 Kinder könnten ausgestattet werden. Julia Knieling (10) erklärt, worauf es beim Einkleiden ankommt: „Jede Farbe sollte pro Gruppe nur ein Mal auftauchen.“ Auch die Aufgaben sind unter Königs klar verteilt. „Einer trägt den Stern, einer das Schwenkfass, einer das Schiffchen mit der Kohle und einer die Spendendose.“ Um den Spruch an den Türrahmen zu schreiben, sind weitere Utensilien nötig. Nicht fehlen dürfen ein Staubtuch, Kreide und Streichhölzer.

Bis zum Abend werden die Sternsinger am Freitag unterwegs sein, überwiegend zu Fuß. Mittags sind sie bei Familien zum Essen eingeladen. Gegen Abend steigt die Spannung: „Dann fliegen die Klamotten weg und es geht ans Zählen“, sagt Beate Lippert. Schließlich wollen die Sternsinger wissen, wie viel Geld zusammen gekommen ist.

Geteilt wird hingegen die süße Beute. „Jeder nimmt sich aber nur das, was er wirklich gerne mag“, erklären die jungen Leute. Der Rest werde gespendet – an die Schwälmer Tafel.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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