Glasveredlerin Lisa Ritter (22) aus Neukirchen holte Vizebundessieg in den Knüll

Stets den richtigen Schliff

Am Schleifbock: Lisa Ritter aus Neukirchen ist ausgebildete Glasschleiferin. Mit ihrem Gesellenstück konnte die junge Frau in mehreren Wettbewerben überzeugen. Foto: Rose

Neukirchen. Ihr Berufsleben hinter dem Schreibtisch zu verbringen – das konnte sich Lisa Ritter nie vorstellen. Für die junge Frau, die 2007 ihr Abi an der Melanchthonschule bestand, kam deshalb nur ein handwerklicher Beruf in Frage. Die 22-Jährige ist Glasveredlerin – Kammer- und Landessiegerin, Vizebundessiegerin im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks sowie Erstplatzierte im Wettbewerb „Die gute Form im Handwerk – Handwerker gestalten“.

Die Liebe zum Handwerk liegt der Neukirchenerin quasi im Blut. Vater und Bruder arbeiten im familieneigenen Steinmetzbetrieb. „Ich habe schon als Kind gern in der Werkstatt mitgeholfen“, erzählt die 22-Jährige. Drei Jahre lang lernte Lisa Ritter die Kunst des Glasschleifens. Sie besuchte die Erwin-Stein-Schule in Hadamar, wo sie sich in den Fachrichtungen Glasschliff und Glasgravur ausbilden ließ.

Gesellenstück ging zu Bruch

Ihr Gesellenstück ging zwar zu Bruch, doch das sieht die junge Frau nicht als böses Omen an. Ganz im Gegenteil: Das gläserne Gefäß überzeugte die Jury. Die Handwerkskammer Wiesbaden belohnte die Arbeit mit einem Stipendium der Begabtenförderung. „Ab Oktober 2011 will ich mich an der Werkakademie Kassel zum Gestalter im Handwerk ausbilden lassen“, erzählt die Glasschleiferin.

Bis dahin wird sie in der Werkstatt ihres Vaters beschäftigt sein. Gerade richtet sich Lisa Ritter ihren Arbeitsplatz ein. Den Schleifbock mit der rotierenden Stufenscheibe hat sie aus der Werkstatt eines verstorbenen Kollegen übernehmen können. „Räder mit unterschiedlichen Profilen sorgen für den richtigen Schliff“, erklärt die junge Frau. Man unterscheide den Keil-, den Kugel- und den Olivschliff sowie den Scharfschnitt. Lisa Ritter verarbeitet Flach- und Hohlglas. „Glasveredler fertigen Gebrauchsgegenstände wie Gläser und Schalen an, aber auch figürliche Objekte“, erklärt sie. Vor dem Material Glas hatte die 22-Jährige allerdings anfangs gehörigen Respekt.

„Man muss erst ein Gefühl für den Werkstoff bekommen“, sagt Ritter. Im elterlichen Betrieb freut sie sich auf die Herausforderung, auch Stein zu bearbeiten und mit Glas zu kombinieren. Später würde sich die 22-Jährige gern mit eigener Werkstatt selbstständig machen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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