Jan Stetter ist neuer Leiter des Forstamtes Melsungen

Neuer Mann an der Spitze: Jan Stetter, 38, ist der neue Leiter des Forstamtes Melsungen. Foto: Feser

Melsungen. Seit März ist Jan Stetter Forstamtsleiter. Er stammt aus dem Ruhrgebiet, studierte Forstwissenschaft in Göttingen und kam über die Zentrale von Hessen Forst nach Melsungen.

Im Ruhrgebiet ist er groß geworden, zwischen Zechen, Duisburg, Essen, der Ruhr, dem VfL Bochum - und dem Stadtwald Mühlheim. Jetzt ist Jan Stetter, 38, aus Mühlheim an der Ruhr Leiter des Forstamtes Melsungen. Das Großstadtkind, wie er sich selbst bezeichnet, ist über die Waldjugend zum Beruf des Forstwissenschaftlers gekommen.

Stetter war Schüler, als ein Freund ihn fragte, ob er bei der Waldjugend im Stadtwald Mühlheim mitmachen möchte. Der Stadtwald ist 1000 Hektar groß (zum Vergleich: Der Wald des Forstamtes Melsungen ist 20 000 Hektar groß) und ähnelt mit den vielen Bänken und asphaltierten Waldwegen eher einem Park. Dort lernte Jan Stetter Bäume und Tiere kennen, hatte Spaß bei Zeltlagern und Wandertouren. Später leitete er Jugendgruppen bei der Waldjugend. Die Natur machte ihm Spaß.

Nach dem Abi fragte er sich als Sohn zweier Lehrer: Soll er Bio oder Chemie studieren? Es sprach mit dem Förster des Stadtwaldes, und es war klar: Er wird Forstwissenschaft in Göttingen studieren.

Sein zweites Studienfach Wirtschaftswissenschaften sicherte Jan Stetter schließlich den Berufseinstieg. Denn als er das Diplom hatte (Thema der Diplomarbeit: der Stadtwald von Mühlheim), wurden keine Forstwissenschaftler eingestellt. Deshalb kam er über einen Studienkollegen zu einer Software-Firma. Dort übernahm er die deutsche Leitung für die Entwicklung verkaufsfertiger Produkte: Spielprogramme, Bildprogramme, Sicherheitssoftware. Das passte, schließlich tüftelt Stetter gerne am PC und wird dann und wann nachts von Freunden angerufen, wenn ein Computer hakt. Stetter arbeitete vier Jahre in Köln, in München, speziell vor der Computermesse Cebit war das ein sehr stressiges Geschäft.

Als er hörte, dass Hessen Forst junge Leute einstellt, bewarb sich der Forstwissenschaftler - und wurde genommen. Da war Stetter endlich wieder im Wald unterwegs und beriet für die Abteilung Waldschutz der Forstlichen Versuchsanstalt Waldbesitzer beim Umgang mit Maikäfern und Borkenkäfern.

In seiner neuen Position als Forstamtsleiter weiß Stetter, dass er viel im Büro sein wird. Aber er will auch oft im Wald sein, in den Revieren, zur Not eben abends, auf seinem Mountainbike. Ein guter Wald-Spaziergänger ist er nicht, gibt es zu, denn dort ist er immer mit der Försterbrille unterwegs. „Aber mit mir kann man super in der Stadt spazieren gehen.“

Stetter, das Kind der Großstadt, gibt zu, dass Melsungen „die kleinste Stadt ist, in der ich jemals gewohnt habe.“ Aber er freut sich darauf. Und wenn er mal Lust auf Großstadt hat, fährt er zu seinem VfL oder besucht die Eltern: im Ruhrgebiet.

Zur Person

Jan Stetter, 38, wuchs in Mühlheim/Ruhr auf. Nach dem Abitur machte er Zivildienst beim Rettungsdienst und studierte Forstwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften in Göttingen. Nach dem Referendariat in Dassel/Solling 2005 wurden keine jungen Forstwissenschaftler eingestellt, und Stetter wechselte als deutscher Leiter der Entwicklung verkaufsfertiger Produkte zu einer Softwarefirma nach München.

2009 wurde er Produktionsleiter am Forstamt in Kirchhain, wechselte dann für zwei Jahre an die Forstliche Versuchsanstalt, Abteilung Waldschutz, war 2011 Assistent des Leiters von Hessen Forst in Kassel und leitete anschließend von April 2012 bis Februar 2013 die Abteilung Finanzen bei Hessen Forst. Seit März ist er Forstamtsleiter in Melsungen.

Jan Stetter ist ledig.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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