Höhere Strafzinsen und der Hoeneß-Effekt

Steuersünder sorgen für Rekordeinnahmen im Landkreis

Thomas Hesse

Schwalm-Eder. Die Schlinge für Schwarzgeldsünder zieht sich immer enger zu, das spürt auch das Finanzamt Schwalm-Eder. „Einen Uli Hoeneß haben wir aber nicht hier", sagte Thomas Hesse, Chef der Behörde, auf Anfrage der HNA.

Genaueres darf Hesse nicht preisgeben, denn gesonderte Fallzahlen und Summen für Schwalm-Eder werden nicht veröffentlicht. Einen Hoeneß-Effekt gibt es aber im Grundsatz überall, da sind sich Fachleute wie Moritz Venner vom Bund der Steuerzahler (Hessen) sicher.

Deutlich über 300 Selbstanzeigen gab es in Nord- und Osthessen dieses Jahr bereits. Das sind schon rund 100 Fälle mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

In ganz Hessen haben sich im ersten Halbjahr schon mehr als 2200 Steuersünder selber angezeigt, um straffrei auszugehen. Zusammen zahlen sie über 150 Millionen Euro nach.

Die Finanzämter erwarten also dieses Jahr Rekordsummen. Allein aus unserer Region (Kassel II/Hofgeismar) fließen für die Monate bis Juli 2014 über 65 Mio. Euro Mehrsteuern in die Landeskasse, gerade mal 10 Mio. waren das im Vergleichszeitraum vor einem Jahr. Im Durchschnitt zahlt ein Steuersünder über 50.000 Euro nach.

Hintergrund ist offensichtlich die Verschärfung der Regeln zur strafbefreienden Selbstanzeige, die vergangene Woche das Kabinett passiert hat. Es gibt sie als Besonderheit im deutschen Steuerrecht seit 1919. Jetzt haben die Länder wesentlich höhere Strafzinsen von bis zu 20 Prozent und verlängerte Verjährungsfristen zum 1. Januar 2015 beschlossen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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