Wer lächelt am Sonntag?

Stichwahl um Homberger Bürgermeisteramt – Ritz und Opitz treten an

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Sind Konkurrenten: In einer Stichwahl treten Dr. Nico Ritz (links) und Markus Opitz gegeneinander an. Dann entscheidet sich, wer der neue Bürgermeister der Kreisstadt wird. Unser Foto entstand nach dem ersten Wahldurchgang am 25. Mai in der Homberger Stadthalle.

Homberg. In Homberg ist die Spannung mit Händen zu greifen. Und das gilt umso mehr für die beiden Kandidaten, die sich am Sonntag einer Stichwahl um das Bürgermeisteramt in der Kreisstadt stellen. Im ersten Durchgang am 25. Mai waren noch fünf Bewerber ins Rennen gegangen. Dabei hatten sich Dr. Nico Ritz (unabhängig, aber von der CDU unterstützt) und Markus Opitz (FWG) durchgesetzt.

Gemessen an dem damaligen Ergebnis könnte Nico Ritz Vorteile haben. Für ihn hatten im Mai 44 Prozent der Wähler gestimmt, Markus Opitz war auf 30,5 Prozent gekommen. Allerdings werden die Karten am Sonntag neu gemischt. Entscheidend dürfte sein, wie sich die politischen Lager der drei früheren Mitbewerber positionieren.

Für Nico Ritz ist dieser Tag in doppelter Hinsicht besonders spannend: Der 15. Juni ist der errechnete Geburtstermin seiner Tochter. „Vielleicht bin ich an diesem Tag auch im Uni-Klinikum Eppendorf“, sagt der 35-Jährige, der als Anwalt im Büro einer Sozietät für Insolvenzrecht und Sanierung arbeitet.

Markus Opitz will den Tag möglichst ruhig angehen, soweit das Nervenkostüm das zulässt. „Lange schlafen, spazierengehen, und dann fahren wir zu Freunden nach Homberg“, so der Plan des 45-Jährigen, der mit seiner Frau und seiner Tochter in Edermünde-Grifte lebt. Er ist Diplom-Verwaltungswirt und Büroleiter der Gemeinde Morschen.

Beide Kandidaten haben sich sehr unterschiedlich auf die direkte Auseinandersetzung vorbereitet. Er habe seine Linie beibehalten und keinen Haustür-Wahlkampf gemacht, sagte Ritz. Stattdessen habe er viele Gespräche geführt, auch mit den Fraktionen. „Entscheidend ist, dass wieder konstruktiv zusammengearbeitet wird“, sagt er.

Markus Opitz ist in den Tagen vor der Wahl noch viel unterwegs, um die Menschen von seinen Zielen zu überzeugen und den Vorsprung aufzuholen, den Nico Ritz möglicherweise habe.

Die schwache Beteiligung beim ersten Wahldurchgang halten beide für bedenklich. 56,5 Prozent der 11 160 Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung sei eine Katastrophe gewesen, sagt Markus Opitz. Auch Nico Ritz wünscht sich diesmal eine deutlich bessere Beteiligung.

Das könnte aber ein frommer Wunsch bleiben, darauf deutet das Interesse an der Briefwahl hin. Den 1450 Hombergern, die im Mai per Briefwahl abstimmten, seien die Unterlagen wieder zugeschickt worden, berichtet der stellvertretende Wahlleiter Joachim Bottenhorn. Darüber hinaus seien kaum zusätzliche Unterlagen angefordert worden. Bei Kommunalwahlen und früheren Bürgermeisterwahlen habe die Zahl bei etwa 1800 gelegen.

Mit den ersten Ergebnissen der Stichwahl am Sonntag rechnet der stellvertretende Wahlleiter Joachim Bottenhorn schon kurz nach Schließung der Wahllokale (18 Uhr). In Steindorf oder Relbehausen beispielsweise seien nur wenige Stimmen auszuzählen. Das vorläufige Endergebnis könnte zwischen 19 Uhr und 19.30 Uhr vorliegen. In der Stadthalle sollen die Ergebnisse wieder präsentiert werden. Der neue Bürgermeister werde voraussichtlich in einer Stadtverordnetensitzung am Freitag, 18. Juli, ins Amt eingeführt. (hro)

Quelle: HNA

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