Stiftungen im Schwalm-Eder-Kreis leiden unter niedrigen Zinsen

Alfons Brüggemeier, Vorsitzender und Schatzmeister der Stiftung Museum Fritzlar mit einem der Gemälde, die die Stiftung aus dem Nachlass von Egon Schaberick gekauft hat.

Schwalm-Eder. Die seit einigen Jahren extrem niedrigen Zinsen auf Anlagekapital setzen den Stiftungen auch im Landkreis zu.

„Immer weniger Einnahmen auf das eingesetzte Kapital lassen besonders kleinere Stiftungen bangen“, sagt Sonja Pfeiffer von der Stiftungsaufsicht beim Regierungspräsidium in Kassel. Bei einigen von ihnen könnte es sogar zur Auflösung führen.

Grundsätzlich müssen Stiftungen ihr Geld laut Satzung möglichst sicher anlegen, doch die Zinsen auf diese Anlagen (Rentenpapiere, Bundesanleihen) sinken immer weiter. „Unsere Ausschüttungen sind immens gesunken“, sagt zum Beispiel Wilhelm Kötter, Vorsitzender der Sauerwein-Horak-Stiftung in Homberg.

Das Geld der Stifter war über zehn Jahre fest angelegt, er konnte jedes Jahr 10 000 Euro Ertrag ausschütten. Der Verein fördert vor allem die Sprachentwicklung von Kindern. Einige der Projekte sind nun gefährdet. Seit 2014 bekommt der Verein nur 1,7 Prozent auf seine Anlagen und kann lediglich noch 4000 bis 5000 Euro weitergeben.

Für die 41 größeren Stiftungen im Schwalm-Eder-Kreis, die unter der Aufsicht des Regierungspräsidiums stehen, sieht Sonja Pfeiffer allerdings trotz niedriger Zinsen keine große Gefahr. Gerade im Landkreis seien die Stiftungen im Vergleich sehr gut aufgestellt. Mittlerweile sei es ihnen auch gesetzlich möglich, einen kleinen Teil in Aktien anzulegen. Ein Drittel des Geldes könne man in risikoreichere Anlagen investieren.

Ziel der Aufsicht ist es, für den Erhalt des Stiftungszweckes zu sorgen. Das könne auch bedeuten, dass man in Zeiten niedriger Zinserträge zunächst weniger ausschüttet. Auch könne eine Stiftung Rücklagen bilden, etwa eine Inflationsrücklage. In manchen Fällen könnte man das Stiftungsvermögen auch reduzieren und einen Teil des Geldes verbrauchen, doch das müsse später wieder zurückgeführt werden.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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