Für das Gewässer in Beiseförth gilt künftig möglicherweise Europäisches Recht

Still ruht noch der See

Pflanzenmahd: Mt einem Spezialboot ließ die Gemeinde dieses Jahr Unterwasserpflanzen kappen. Foto: privat

Malsfeld. Malsfeld steht in Sachen Naturbadesee Beiseförth vor einer Grundsatzentscheidung: Entweder steckt die Gemeinde künftig Jahr für Jahr etwa 20 000 Euro in das Freizeitgelände oder aber sie stellt den Badebetrieb ein und setzt damit das Gelände samt Campingplatz und Gastronomie als Touristenattraktion aufs Spiel. Das wurde am Donnerstagabend während einer Parlamentssitzung deutlich.

Überraschend hatten sowohl die CDU-Fraktion als auch Bürgermeister Herbert Vaupel beantragt, das Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Im vergangenen Jahr habe man 20 000 Euro insbesondere für eine Algenmahd sowie eine Phosphatausfällung zur Verfügung gestellt, um die Wasserqualität zu verbessern, erklärte Klaus Rehs (CDU). Nun habe man über die Presse von Schwierigkeiten in der Sache erfahren.

Diese drehten sich im Kern um die rechtliche Würdigung des Badesees, erklärte Vaupel. Hintergrund: Vor zehn Jahren hatte das Land Hessen laut Vaupel den Naturbadesee aufgrund geringer Besucherzahlen als Gewässer der Europäischen Union (EU) abgemeldet, mit der Folge, dass die Gemeinde seither die Wasserqualität in Absprache mit dem Kreisgesundheitsamt auf freiwilliger Basis habe untersuchen lassen.

Zehn Jahre ging das gut. Doch nachdem die Gemeinde dieses Jahr ins Freizeitgelände investiert und unter anderem Algen und Pflanzen aus dem See entfernt hatte, griff laut Vaupel ein weiteres Kriterium der EU: Danach ist der Badesee unter anderem aufgrund seiner umliegenden Infrastruktur wie Wachstation, Café, Campingplatz und sanitären Anlagen nach EU-Normen einzustufen und entsprechend zu bewirtschaften.

Damit werde der See mit der Stockelache Borken, dem Neuenhainer See und dem Frielendorfer Silbersee verglichen, den bislang einzigen EU-Gewässern im Schwalm-Eder-Kreis, berichtete Vaupel und kommentierte: „Eine Farce“.

Wichtiger Baustein

Nun muss die Politik über die Zukunft des Freizeitgeländes entscheiden, verdeutlichte Vaupel dem Gemeindeparlament. Er selbst befürworte einen Badebetrieb nach EU-Recht. Denn ohne das Badeangebot verliere das Freizeitgelände einen wichtigen Baustein und überhaupt an Attraktivität. (lgr)

Quelle: HNA

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