Steinataler Schülerin Ann-Christin Peter in Auswahl hochbegabter Jungforscher

Bei ihr stimmt die Chemie

Verliebt in Formeln: Ann-Christin Peter hat viel Spaß an Zahlen und wurde jetzt zu einem Projekt für hochbegabte Schüler eingeladen. Foto: Heißt

Steinatal. In Chemie kennt sie sich aus: Aufgrund ihrer herausragenden Leistungen erhielt Ann-Christin Peter aus Neukirchen eine einmalige Chance. Die Oberstufenschülerin der Melanchthon-Schule Steinatal nahm am Erfinderlabor 2010 in Marburg teil. Fünf Tage lang befasste sich die 19-Jährige an der Philipps-Universität mit Fragen der Nanotechnologie.

Insgesamt 90 talentierte Nachwuchsforscher aus 50 hessischen Schulen hatten sich für die Veranstaltung für hochbegabte Schüler der Jahrgangsstufen 12 und 13 beworben. Ann-Christin Peter war unter den 16, die sich für das Projekt „Faszination Nanotechnologie“ qualifizierten.

Bevor Ann-Christin nach Marburg fahren durfte, musste sie eine Mappe mit Empfehlungsschreiben und Zertifikaten über die Teilnahme an Mathematikwettbewerben und Physikworkshops vorlegen. Jede Schule durfte zwei Schüler für das Erfinderlabor vorschlagen. Am Ende machte die Neukirchenerin das Rennen.

Lieber Formeln als Aufsätze

Ihr Erfolg macht die junge Frau, die mehr Spaß an Formeln als Aufsätzen hat, verlegen. Für Mathematik interessiert sie sich seit der Grundschule. Ihr Interesse für Physik und Chemie kam mit dem Wechsel auf die Melanchthon-Schule. „Sport ist nicht so mein Ding“, gibt sie zu.

Wer bei den Lehrern nach ihr fragt, wird mit Lob überschüttet: Sie sei einer der Leistungsschüler. Für diese und die sogenannten „Underachiever“, hochbegabte Schüler, die unter ihren möglichen Leistungen bleiben, wurde an der Melanchthon-Schule ein Programm zur Begabtenförderung aufgelegt. Für dieses Programm erhielt die Schule das Gütesiegel der Hochbegabtenförderung vom Hessischen Kultusministerium.

Auf dem Programm des Erfinderlabors stand eine Werksführung bei Siemens Healthcare Diagnostics Marburg. In einer Vorlesung und einem Seminar erhielten die Teilnehmer eine Einführung in die Nanotechnologie. Dann wurde es praktisch.

„Wir erhielten Aufgaben, zu denen wir unter Laborbedingungen Lösungen finden mussten. In Zweier-Teams führten wir vier verschiedene Experimente durch. Untersucht wurden Fasern von 100 bis 500 Nanometer. Wir erkannten Strukturen und Farbeffekte von Stoffen, die für das bloße Auge nicht zu erkennen sind.“

Ihre Ergebnisse präsentierten die Nachwuchsforscher zum Abschluss einer Jury und Gästen aus Politik, Wirtschaft, Hochschule und Schule. Mitgenommen hat Ann-Christin viele neue Eindrücke und Erkenntnisse. Ihr Interesse für ein Chemiestudium ist geweckt – auch wenn sie viel Respekt davor hat. Jetzt aber will sie erstmal ihre Schulzeit genießen und bereitet sich auf ihr Abitur im nächsten Jahr vor.

Von Kerstin Heißt

Quelle: HNA

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