Auftakt zu der neuen, jahreszeitlichen Veranstaltungsreihe in der Casa Aulenkamp

Stimmungsvolles auf Augenhöhe

Musik und Literatur: Das Künstlerpaar Roswitha Aulenkamp und Theodor Hoffmeyer präsentierte das Wintermärchen-Klavier. Foto: Heist

Schwalmstadt. Auf Augenhöhe mit dem Publikum: In behaglicher, intimer Atmosphäre präsentierte das Künstlerpaar Roswitha Aulenkamp und Theodor Hoffmeyer einen in sich stimmigen Konzertabend.

„Außergewöhnliche Hörerlebnisse mit dem Jahreszeiten-Klavier“: Unter diesem Motto steht eine neue Konzertreihe mit Poesie der Weltliteratur, die am Sonntagabend im musikalisch-literarischen Salon Casa Aulenkamp in Ziegenhain eröffnet wurde. Das Wintermärchen-Klavier erklang zum Auftakt der Reihe, deren thematischen Rahmen die vier Jahreszeiten bilden.

Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Frédéric Chopin und Richard Wagner stand im sich ergänzenden Wechsel mit Gedichten von Conrad Ferdinand Meyer, Annette von Droste-Hülshoff, Emanuel Geibel und Joseph von Eichendorff.

Mit Werken wie „November“ aus Fanny Hensel-Mendelssohns Klavierzyklus „Das Jahr“ und der anspruchsvollen Klavierfassung von „Isoldes Liebestod“ bewies Aulenkamp einmal mehr ihre Klasse als Pianistin.

Mit seinem ausdrucksstarken Vortrag von Gedichten wie Heinrich Heines „Winter“ und Eduard Mörikes „Er ist’s“ schlug Opernsänger und Schauspieler Hoffmeyer das Publikum in seinen Bann.

Auf wunderbar leichte Weise vollzog sich so der Spannungsbogen vom Winter zum Frühling. Tangos von Astor Piazzolla rundeten das Programm ab. Am Ende gab Aulenkamp eine Kostprobe ihres Improvisationstalentes. Zur Melodie von „Kuckuck, kuckuck, ruft’s aus dem Wald“ entfaltete sie in freier Fantasie einen Variationenfluss, der das musikalische Thema immer wieder durchklingen ließ, sich aber auch in teils zurückgenommenen, teils klanggewaltigen Verfremdungen weiterspann.

Das faszinierte Publikum folgte der Aufforderung der Pianistin zum Vorschlag einer weiteren Melodie für eine Improvisation. Die Wahl fiel auf „Winter, ade“. Diesmal entschied sich Aulenkamp für eine Improvisation durch die musikalischen Stilepochen des Barock und der Romantik bis hin zur Moderne.

Eine musikalische Leistung, die vom begeisterten Publikum mit viel Applaus quittiert wurde.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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