Brutpaaren geht es auch bei Minustemperaturen noch gut

Störche in Wabern trotzen dem Winter

Wabern. Keine Sorge, sie frieren nicht. Den Störchen, die sich jetzt noch auf den Feldern bei Wabern aufhalten, geht es gut. Die Minusgrade machen den Tieren nichts aus.

Im zweiten Jahr hintereinander sind zwei Brutpaare nicht in den Süden geflogen, sondern halten sich in der Waberner Tiefebene auf.

Da kann Ulrike Mose all jene beruhigen, die sich um das Wohlergehen der Tiere Gedanken machen. Die 57-Jährige hat seit vielen Jahren ein wachsames Auge auf die Tiere, die in Wabern unter anderem auf dem Schornstein der Schreinerei Mose brüten.

Im zweiten Jahr hintereinander sind zwei Brutpaare nicht in den Süden geflogen, sondern halten sich in der Waberner Tiefebene auf. In den vergangenen Wochen war es für die Jahreszeit deutlich zu warm, doch auch für die Minusgrade der vergangenen Tage sind die Störche durchaus gewappnet.

„So lange es nicht längere Zeit extrem kalt ist oder es eine geschlossene Schneedecke gibt, ist das kein Problem“, sagt Ulrike Mose. Die Flüsse und Seen seien noch nicht zugefroren. Und auf den Feldern gebe es noch genügend Nahrung. Die Störche ernähren sich unter anderem von Fischen, Mäusen, Maulwürfen und anderen Kleintieren. Wählerisch sind sie nicht, auch was beispielsweise in Misthaufen an Feldern oder auf Müllkippen zu finden ist, verschmähen sie nicht. Bei Wabern gibt es zudem die Teiche der Zuckerfabrik, die noch recht warm sind. Dort treffe man immer wieder auch Reiher an und eben auch die Störche.

Eigentlich sind die Tiere ja als Zugvögel bekannt. Das gilt vor allem für die Weißstörche, die zu den ausgesprochenen Langstreckenfliegern gehören. Sie legen jährlich bis zu 20.000 Kilometer zurück, um die afrikanischen Winterquartiere zu erreichen und wieder in die Brutgebiete zurückzukehren. Als Mittel gegen Wärmeverlust wird von Fachleuten das Stehen auf einem Bein interpretiert, bei dem ein Bein am Gefieder gewärmt wird und so weniger ungeschützte Haut der Kälte ausgesetzt ist. Einen ebensolchen Zweck könnte das Stecken des Schnabels in das Halsgefieder haben.

Ulrike Mose beschäftigt sich seit 20 Jahren mit der Storchenpopulation in Wabern. 2004 wurde auf dem Schornstein der Schreinerei eine Nistplattform angebracht, die in den Folgejahren regelmäßig von Weißstörchen angenommen wurde. Inzwischen gibt es in und um Wabern sogar vier Horste und im Frühjahr gibt es regelrechte Kämpfe um die Nistgelegenheiten.

Von Heinz Rohde

Quelle: HNA

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