Runder Tisch für Kinder zog Bilanz – Viele Projekte von Ernährung bis Bewegung

Stolz aufs eigene Kochbuch

Gemeinsam werden Ideen entwickelt und verwirklicht: Die Mitglieder des Runden Tischs in Fritzlar engagieren sich sei über einem Jahr, um Kindern und Jugendlichen bessere Chancen geben zu können. Die Projekte wurden jetzt bei der 4. Runde vorgestellt. Foto: Stegner/nh

Fritzlar. Die Fritzlarer Polizei war in den vergangenen Monaten deutlich weniger im Einsatz wegen Kinderkriminalität. Ein Beamter der Fritzlarer Polizeistation berichtete beim 4. Runden Tisch über den spürbaren Rückgang.

Diese Entwicklung verbucht der Runden Tisch zu seinen Erfolgen. Seit über einem Jahr engagieren sich dafür Mitarbeiter der Stadt, der Schulen, Kindergärten und Privatpersonen für benachteiligte Kinder und Jugendliche engagieren. Erzieherinnen, Schulleiter, Sozialarbeiter, Ernährungsberater und Bewegungstrainer machen sich gemeinsam Gedanken, was man – auch nachhaltig – gegen Vernachlässigung, Aggressivität, Zerstörungswut, falsche Ernährung, Bewegungsmangel tun kann.

Die Bilanz nach zwölf Monaten kann sich sehen lassen. Aus dem Runden Tisch heraus wurden zahlreiche Angebote und Programme entwickelt, die Fritzlarer Kindern zugute kommen. Einige Beispiele: • Die „Fit-Kids“ treffen sich immer donnerstags im Kindergarten Kinderarche in der Flugplatzsiedlung. Sie lernen, wie man sich im Notfall selbst verteidigt und dass man auch mal deutlich „Nein“ sagen muss. Auch Tischmanieren und sozialer Umgang werden geübt. • Der Verein FaFritz bietet an, aus seiner kürzlich entstandenen Kleiderkammer die Kinder des Projekts mit Sportsachen zu versorgen. • Aus dem Projekt „Gesunde Ernährung“ in der Kita Regenbogenland entstand ein selbstgemachtes Kochbuch mit eigenen Rezepten. Das Buch gibt es in der Kita zu kaufen. • In der Grundschule An den Türmen haben die Kinder der 4. Klasse die Möglichkeit, einen Ernährungsführerschein zu machen. • An der Anne-Frank-Schule gibt es eine Politik-Arbeitsgemeinschaft mit Schülern. Mobbingprobleme und der Brennpunkt Nordfeldsiedlung werden diskutiert. • Das neue Sport- und Freizeitgelände im Gewerbegebiet ermöglicht gemeinschaftliches Spielen und Bewegen, 50 bis 130 Jugendliche pro Tag nutzen den Platz. • Die Schüler der Ursulinenschule können eine Mediatorenausbildung machen und als Streitschlichter arbeiten. • Im Bereich der Nordfeldsiedlung soll in naher Zukunft ein „Mach-mit-Treff“ eröffnet werden, der sowohl jüngeren als auch älteren und Menschen mit Migrationshintergrund eine Möglichkeit der Zusammenkunft und des gemeinsamen Tuns geben soll.

Am Ende des Treffens stand ein beeindruckender Film, den Schüler und Lehrer der Beruflichen Friedrich-Ebert Schule zusammen mit der Uni Kassel gedreht hatten. In dem Film „Durchgeknallt“ wird das Thema Gewalt von den Nachwuchsschauspielern in Szene gesetzt.

„Unser Runder Tisch ist inzwischen zu einer festen Institution geworden“, freute sich Pfarrer Dr. Ulrich Bock. Er machte darauf aufmerksam, dass alle Projekte auch auf finanzielle Unterstützung durch Spenden angewiesen seien.

Beim nächsten Treffen soll es voraussichtlich auch um das Thema „Sozialarbeiter auch für alle Kindergärten“ gehen. (ula) • Spendenkonto: VR-Bank Schwalm-Eder, BLZ 520 626 01, Konto 6111050, Stichwort Runder Tisch.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare