Dorothee Weppler war jahrelang das Rotkäppchen – Jetzt gibt sie die Rolle ab

Sie strahlte für die Schwalm

Geht als Rotkäppchen in Ruhestand: Dorothee Weppler (23) aus Willingshausen hat im Alter von 13 Jahren ihre ersten Auftritte als Botschafterin der Schwalm absolviert. Foto: Rose

Willingshausen. Sechs Jahre lang schlüpfte Dorothee Weppler regelmäßig in die Schwälmer Tracht: Doch nicht etwa für die örtliche Trachtengruppe. Die 23-Jährige aus Willingshausen wurde mit roter Betzel, Röcken und dem bemalten Körbchen zur Märchenfigur - zum Rotkäppchen. Damit repräsentierte sie den Tourismusservice Rotkäppchenland, reiste in der Region umher und stand Pate für eine der beliebtesten Grimmfiguren.

In die Rolle wird künftig jedoch eine andere schlüpfen, denn Dorothee Weppler geht als Rotkäppchen „in Rente“. „Es war eine sehr schöne Zeit, aber jetzt, wo ich berufstätig bin, werden mir die Termine an den Wochenenden doch etwas zu viel“, sagt die studierte Kindheitspädagogin.

Bereits mit 13 Jahren empfing sie regelmäßig in Willingshausen Gäste, in der „Gürren Stubb“. Der erste offizielle Auftritt als Rotkäppchen sei dann in Frielendorf gewesen, erinnert sich Dorothee Weppler. Klar sei gewesen, dass sie die Märchenfigur mimen sollte.

„Ich habe die Menschen bei den Auftritten sehr genau studieren können.“

Dorothee Weppler

Das Körbchen gefüllt mit Süßigkeiten für die Kinder und Infobroschüren für die Erwachsenen schritt sie durch die Schar von Menschen. „Das war am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Man will ja auch jedem gerecht werden“, erzählt die 23-Jährige. Aber sie habe durch diese Aufgabe auch viel für ihren Beruf lernen können, geduldig zu sein, stets freundlich, lächelnd. Dabei sei ihr aufgefallen, dass Kinder geduldiger, ehrlicher und wesentlich zurückhaltender seien als Erwachsene. „Ich habe die Menschen bei den Auftritten sehr genau studieren können. Vor allem, wenn die Reden mal wieder endlos schienen“, sagt sie.

40 Auftritte im Jahr habe sie durchschnittlich absolviert. Eine Anfrage aus Russland lehnte sie jedoch ab. Besonderen Spaß hätten ihr die Foto-Shootings, etwa für das Buch der Märchenköche, gemacht. Den Fotografen habe sie später in der Kasseler Markthalle wieder getroffen: „Ich war sehr überrascht, als ich mein Gesicht auf einer Litfaßsäule wiederfand. Dort wurde mit einem Foto von mir für eine Einkaufsnacht geworben – ohne, dass ich davon wusste.“

Auch Frühstücksbrettchen und Tassen mit ihrem Konterei habe sie später entdeckt. Ein Brettchen hat ihre Oma stolz aufgehoben. Im Laden der Grimmheimat habe sie selbst einmal „inkognito“ gebummelt.(zsr) ARTIKEL UNTEN

Quelle: HNA

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