Zwischen Eubach und Bergheim

Straße ab Montag dicht: Ortsvorsteher befürchtet Probleme für Rettungsdienst

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Eubach/Bergheim. Probleme für Feuerwehr und Rettungsdienste wegen einer gesperrten Straße? Dieses Szenario wird im Schwalm-Eder-Kreis wegen einer ab Montag gesperrten Fahrbahn befürchtet.

Wenn ab Montag, 14. Mai, die Straße zwischen Eubach und Bergheim gesperrt ist, dann könnten Feuerwehr und Rettungsdienst Probleme bekommen. Das befürchtet Eubachs Ortsvorsteher Karl Schatz.

Die Sperrung dauert laut Hessen Mobil voraussichtlich bis 31. Juli. Der Verkehr wird in dieser Zeit über die B 487 und B 83 umgeleitet.

Werden aber in Morschen im Notfall eine Drehleiter oder ein Rettungswagen gebraucht, dann kommen diese normalerweise über den so genannten Schmachtenhagen aus Spangenberg. Können sie die Verbindungsstraße zwischen Morschen und Spangenberg nicht mehr nutzen, könnte es mit der Hilfsfrist eng werden, sagt Schatz.

„Das würden wir nicht schaffen, wenn wir die Umleitung nehmen müssten“, sagt Spangenbergs Stadtbrandinspektor Stefan Salzmann. 20 Minuten habe die Spangenberger Wehr Zeit, um nach der Alarmierung mit der Drehleiter zu einem Brand in Morschen zu gelangen. Bei örtlichen Einsätzen gilt für Feuerwehren eine Hilfsfrist von zehn Minuten.

Deshalb wird es für die Zeit der Vollsperrung eine andere Lösung geben. Morschens Gemeindebrandinspektor Thomas Deist sagt, dass die Drehleiter dann aus Melsungen angefordert werde. „Das organisieren wir über unsere Alarmierungspläne“, so Deist. Die Hilfeleistungsfrist von 20 Minuten könne auch eingehalten werden, wenn die Drehleiter aus Melsungen komme.

Der Rettungsdienst wird weiterhin aus Spangenberg kommen. Die Rettungswagen werden aber nicht die offizielle Umleitungsstrecke nutzen – das geht aus einer Stellungnahme des Kreises hervor.

„Für die gesperrte Landesstraße 3225 gibt es einen alternativ nutzbaren Weg, der die erforderlichen Bedingungen erfüllt“, heißt es in der Stellungnahme.

Wo dieser entlang führt, will der Kreis nicht konkret beschreiben und öffentlich machen. „Es wäre zu befürchten, dass diese sonst als allgemeine Alternative zur ausgeschilderten offiziellen Umleitung genutzt würde“, heißt es vom Kreis. Man gehe aber davon aus, dass die angestrebte Hilfsfrist auch während der Vollsperrung eingehalten werden kann. Durch die Leitstelle in Homberg werden Rettungswagen disponiert, unter der Prämisse, dass Hilfsfristen eingehalten werden, heißt es vom Kreis weiter.

Die Straße zwischen Eubach und Bergheim erhält laut Hessen Mobil auf einer Länge von etwa 1,9 Kilometern eine neue Fahrbahndecke. Die Kosten werden mit 1,2 Millionen Euro veranschlagt. Eine halbseitige Sperrung ist laut Hessen Mobil für die Sanierung nicht in Betracht gekommen, da die Fahrbahn nicht breit genug sei. 

Hintergrund

Bei medizinischen Notfällen ist in Hessen vorgeschrieben, dass die Retter in 90 Prozent der Fälle nach spätestens zehn Minuten am Einsatzort sein müssen. Bei der Feuerwehr müssen immer nach zehn Minuten Einsatzkräfte am Brandort sein. Werden bei Feuerwehreinsätzen zum Beispiel Geräte wie eine Drehleiter oder ein Gefahrgutzug aus anderen Orten angefordert, beträgt die Frist für diese 20 Minuten, sagt Gemeindebrandinspektor Thomas Deist.

Quelle: HNA

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