Umbenennung macht Ärger

Neuer Straßenname: Stadt stellte Schild auf und informierte dann Anwohner

Bernhard Winter schraubt seine 17 Jahre alte Hausnummer ab: Seit einigen Tagen heißt die Friedensstraße in Wolfhagen offiziell mit Schild Am Liemecketal. Winter bekommt die Nummer Eins, die Zwei schenkt er seinen Nachbarn. Fotos: Flöper

Wolfhagen. Die Aufregung begann damit, dass eine Zeitung zugestellt werden sollte, doch der Zusteller neu war und beim besten Willen nicht wusste, wo die Friedensstraße 21 in Wolfhagen ist. Denn die heißt jetzt offiziell mit Aufstellung des Schildes Am Liemecketal.

„Wir kamen aus dem Urlaub zurück, das heißt innerhalb der letzten zwei Wochen ist das Schild ausgetauscht worden“, erzählt Bernhard Winter, Anwohner der ehemaligen Friedensstraße 21. Ein Schreiben darüber, dass seine Anschrift jetzt Am Liemecketal 1 lautet, erhielt er aber erst am Dienstag, also am 28. August. „Für mich kommt diese Mitteilung eindeutig zu spät, außerdem steht in dem Brief kein Wort darüber, wie jetzt das weitere Vorgehen ist“, sagt Winter. Ob er also der Post, dem Telefonanbieter und anderen Einrichtungen seine Adresse übermitteln muss. „Dieses Vorgehen ist einfach nicht schön, wenn man unzureichend informiert wird und dann beginnt auch noch der Brief mit Sehr geehrter Herr Zeisbrich.“ Einen Zeisbrich habe es hier nie gegeben, das Haus habe vorher seinen Eltern gehört. Auch der Brief an seine Mieterin sei so formuliert gewesen. Auch Birgit Zilke, die andere betroffene Nachbarin, ist verwundert: „Wir wohnen erst seit Mai in der Hausnummer 20 und haben von der Umbenennung aus der Zeitung erfahren, danach musste ich bei der Stadt nachfragen“, erzählt sie. Schriftlich habe sie bis heute nichts bekommen, sagt Zilke. Vielleicht habe denen gereicht, dass sie mündlich informiert war.

Stadt hatte halbes Jahr Zeit

„Wir haben alle Anwohner über die Straßenumbenennung informiert“, sagt Bürgermeister Reinhard Schaake. „Ja, das hat er“, so Winter, „aber erst am Morgen des Tages, an dessen Abend sich die Stadtverordneten mit dem Thema befassten.“ Da habe er dann auch keinen Grund mehr gesehen, sich an der Namensgebung der Straße zu beteiligen. Viel einfacher wäre seiner Meinung nach eine Erweiterung der Karlstraße gewesen. Dass die Straße umbenannt werden würde, stand seit Februar 2012 fest. „Die hatten bei der Stadt also ein halbes Jahr Zeit, alles in die Wege zu leiten, aber bislang ist nicht viel passiert, außer der Brief und das Straßenschild“, so Winter. Eine Weiterleitung an GPS- oder Navigationsdienste, Post und Telekom sei noch nicht passiert. „Gut ist, dass der Postbote mich kennt, so kommen auch Briefe, die an die Friedenstraße adressiert sind, noch an.“ Die Stadt sei dabei, sich darum zu kümmern, teilt Bauamtsleiter Ingo Ziesing mit.

Umbenannt wurde die Straße aus Sicherheitsaspekten. „Es gab einen Fall, da haben Rettungssanitäter die Straße nicht gefunden“, erklärt Bürgermeister Schaake. Denn die Friedenstraße ist geteilt – eine Seite geht von der Karlstraße ab und die andere von der Kurfürstenstraße, dazwischen ist ein Grünstreifen.

Von Nicole Flöper

Quelle: HNA

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