Alle Intercitys Konstanz-Hannover ausgefallen

Wegen des Bahn-Streiks: Ruhe auf dem Bahnhof Treysa

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Muss warten: Christa Honisch aus Seigertshausen fährt nach Bielefeld.

Treysa. Besondere Ruhe herrscht schon den ganzen Mittwoch auf dem Bahnhof Treysa: Wegen des angekündigten Streiks der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) waren die meisten Pendler sowie viele Reisende erst gar nicht zu den Bahnsteigen gekommen.

Tatsächlich fahren schon seit dem Morgen keine Intercitys auf der Strecke Konstanz über Frankfurt und Treysa in Richtung Norddeutschland. Ein Sprecher der Bahn in Frankfurt/Main konnte keine weiteren Einzelheiten nennen und riet allen Kunden, sich noch bis mindestens Donnerstagfrüh im Internet (www.bahn.de) über Zugausfälle zu informieren. Einzelauskünfte seien nicht möglich, doch bereits seit 0 Uhr am Mittwoch sei ein Ersatzfahrplan in Kraft.

Aktualisiert um 16:30 Uhr.

Viele Züge wie der Regionalexpress Treysa-Gießen verließ den Bahnhof pünktlich um 15.15 Uhr, weil der Lokführer sich nicht am Streik beteiligte. Die Fahrausweise wurden allerdings nicht kontrolliert: Der Zugbegleiter befand sich in der Bahn, streikte jedoch und wollte nur seine Gießener Dienststelle erreichen. Kaum ein Fahrgast zeigte sich überrascht, und auch mit Beschwerden hatte Peter Haldorn (Schwalmstadt) am Schalter im Bahnhof nicht zu kämpfen: „Viele Kunden sind gut informiert und haben die Fahrt nach Möglichkeit aufgeschoben.“

Somit blieb die Lage deutlich ruhiger, als bei unvorhersehbaren Ausfällen, sagte RKH-Busfahrerin Petra Ziegert-Postleb (Schwalmstadt): Im Schienenersatzverkehr, zum Beispiel nach Unfällen, würden sie und ihre Kollegen öfters aufs Übelste beschimpft. Ruhig ging es zum Beispiel eine Rentnerin aus Marburg an, die auf der Rückreise von Berlin am Mittag in Kassel nur noch eine Regiotram, die ohne Störung pendelte, erwischte. Sie zog es vor, sich in Treysa per Auto abholen zu lassen, doch offene Kritik am Streik übte sie nicht.

Christa Honisch (Seigertshausen) musste am Mittwochvormittag schon warten. Die 66-Jährige wollte eigentlich den IC um 10.14 Uhr nach Hannover nehmen, der ausfiel. Für die Reise zu ihrer Tochter in Bielefeld musste sie eine wesentlich umständlichere Verbindung wählen, bei der sie dreimal umsteigen musste. „Ich fühle mich nicht gut informiert“, sagtet sie, denn erst am Dienstag hatte sie die Fahrkarte gekauft. Verärgert ist sie allerdings nicht über den Streik der Lokführer: „Wir Fahrgäste müssen es zwar aushalten“, sagt sie, „doch ich habe Verständnis, das Geld wird überall knapp.“ Man müsse sich solidarisch zeigen, meinte sie, und hoffte, alle ihre Anschlusszüge zu erreichen.

Von Claudia Schittelkopp  und Anne Quehl

Quelle: HNA

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