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Flughafen Frankfurt: Verdi und Lufthansa einigen sich – Piloten-Streik noch nicht vom Tisch

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Von: Alexander Gottschalk, Sebastian Richter, Florian Dörr, Niklas Hecht, Vincent Büssow

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Verdi und Lufthansa haben zumindest beim Bodenpersonal eine Einigung gefunden. Damit sind die Verhandlungen für die Lufthansa aber nicht zu Ende.

+++ 22.03 Uhr: Eine Sorge weniger am Flughafen Frankfurt: In der dritten Verhandlungsrunde zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft Verdi ist am Abend eine Einigung erzielt worden. Bei den Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal verständigten sich beide Seiten auf Gehaltserhöhungen für die 20.000 Beschäftigten. In drei Stufen sollen die Mitarbeiter mindestens 325 Euro monatlich und weitere 2,5 Prozent mehr bekommen. Eine Kopplung an Gewinne, wie zuvor von der Lufthansa gefordert, ist damit vom Tisch.

„Das ist ein gutes Ergebnis, das quer durch alle Beschäftigtengruppen eine Erhöhung von monatlich mindestens 377 Euro bis zu 498 Euro bedeutet“, betont die stellvertretende Verdi-Vorsitzende und Verhandlungsführerin Christine Behle in einer Mitteilung. Sie bezeichnete die Lohnerhöhung als „echten Ausgleich“ der Inflation.

Einigung im Tarifstreit: Verdi und Lufthansa finden Lösung

Auch die Lufthansa zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, mit dem Sozialpartner eine gute Lösung für unsere Mitarbeitenden zu finden“, so Michael Niggemann, Personalvorstand und Arbeitsdirektor der Deutschen Lufthansa AG.

Damit sind die Verhandlungen für die LUfthansa noch nicht zu ende. Auch die Piloten fordern mehr Geld, bei einer Urabstimmung haben sie bereits ihren Willen zu einem möglichen Streik gezeigt. In einer Mitteilung der Lufthansa bekräftigte Niggemann den „Einigungswillen des Lufthansa-Managements“. Er zeigte sich zuversichtlich, dass auch in den anderen Sparten des Konzerns „gute Lösungen“ erzielt werden könnten.

Flughafen Frankfurt: Verdi und Lufthansa finden keine Einigung

Update vom Donnerstag, 4. August, 16.28 Uhr: Im Tarifstreit zwischen Bodenpersonal und Lufthansa ist zunächst kein Ergebnis erzielt worden. Bei den Gesprächen in einem Flughafenhotel zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Lufthansa am Donnerstag (04. August) habe sich weder ein Abbruch der Gespräche, noch ein erfolgreicher Abschluss abgezeichnet, wie beide Seiten berichten.

Während Verdi für die etwa 20.000 Beschäftigten am Boden für zwölf Monate durchgehend eine Gehaltssteigerung von 9,5 Prozent (mindestens aber 350 Euro im Monat) fordert, hat die Lufthansa eine zweistufige Erhöhung der Grundvergütung um insgesamt 250 Euro angeboten. Außerdem stellte der Konzern für das nächste Jahr eine weitere Erhöhung von zwei Prozent in Aussicht – allerdings nur, wenn der Gewinn stimmt. Diese Koppelung lehnt Verdi ab.

Gleichzeitig plant die Lufthansa im zweiten Halbjahr 2022 weiteres Personal einzustellen. Rund 5000 Beschäftigte sollen dazu kommen, sowohl „in Cockpit, Kabine und am Boden“, wie die Tagesschau berichtet. Im kommenden Jahr sollen es ebenso viele neue Mitarbeiter werden.

Flughafen Frankfurt: Verdi meldet erste Tarifabschlüsse für Bodenpersonal

Update vom Montag, 01. August, 14.03 Uhr: Während sich die Piloten der Lufthansa auf einen Streik vorbereiten, meldet die Gewerkschaft Verdi eine Tarif-Einigung mit mehreren Abfertigungsunternehmen am Flughafen Frankfurt. Wie die hessenschau berichtet, erhielten die Beschäftigten der Fraport-Tochter Fraground demnach rückwirkend ab 1. Juli bis zu 14 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 700 Euro. Eine Einigung mit der Lufthansa, die am Boden rund 20.000 Mitarbeiter beschäftigt, steht bislang noch aus. Am Mittwoch (03. August) wird Verdi in einer dritten Runde mit der Airline verhandeln.

Der Betrieb am Flughafen Frankfurt läuft nach dem Warnstreik am vergangenen Mittwoch (27. Juli) derweil wieder in geregelten Bahnen. „Wie in der Ferienzeit üblich, ist am Flughafen einiges los, aber wir haben einen stabilen, geregelten Betrieb“, erklärte Fraport-Sprecher Dieter Hulick auf Nachfrage dieser Redaktion.

Fraport sieht Streik-Abstimmung von Lufthansa-Piloten bislang gelassen

Angesprochen auf den bevorstehenden Streik der Lufthansa-Piloten sagte Hulick: „Wenn es wirklich so weit käme, würden wir entsprechende Vorbereitungen treffen.“ Doch noch sei überhaupt kein Arbeitskampf angekündigt. Es habe bislang lediglich eine Urabstimmung gegeben. „Wir können nicht in eine Glaskugel schauen.“

Die Gewerkschaft Verdi meldet erste erfolgreiche Tarifabschlüsse für das Bodenpersonal am Flughafen Frankfurt.
Die Gewerkschaft Verdi meldet erste erfolgreiche Tarifabschlüsse für das Bodenpersonal am Flughafen Frankfurt. © Frank Rumpenhorst/dpa

Flughafen Frankfurt: Lufthansa-Piloten stimmen für Warnstreik

Update vom Sonntag, 31. Juli, 13.15 Uhr: Die angespannte Lage am Flughafen Frankfurt scheint sich nicht zu entspannen. Neben Chaos an den Sicherheitskontrollen und Check-in sowie einem Streik des Bodenpersonals am Mittwoch belastet der Tarifstreit zwischen Piloten und der Lufthansa die Situation.

Die Vereinigung Cockpit (VC) hat den Weg für den Arbeitskampf auch bei den Lufthansa-Piloten geebnet. Bei einer Urabstimmung am Sonntag zeigte eine deutliche Mehrheit der 5000 Piloten ihren Wunsch zu streiken. 97,6 Prozent der Stimmberechtigten der Lufthansa stimmten dafür, bei der Frachttochter Cargo lag die Zustimmung mit 99,3 Prozent noch höher.

Warnstreik bei Lufthansa-Piloten: Urabstimmung bei Vereinigung Cockpit

Ob darauf ein Streik folgt, ist ungewiss. Beim Vorstand der Lufthansa wurde zunächst kein Streik beantragt. Schon vor der Auszählung hatte der VC-Tarifexperte Marcel Gröls erklärt, dass die Urabstimmung zunächst als „Warnsignal“ aufzufassen sei. Man erwarte nun „gute Angebote“ vom Management der Lufthansa.

Der Warnstreik des Bodenpersonals am Mittwoch hatte den Flugbetrieb der Lufthansa beinaha komplett lahmgelegt. Mehr als 1000 Flüge fielen aus, 134.000 Passagiere waren von dem von Verdi inizierten Streik betroffen.

Flughafen Frankfurt: Nur einzelne Ausfälle nach Streik - Aber Piloten schicken Warnsignale

+++ 13.56 Uhr: Durchschnaufen am Flughafen Frankfurt. Nachdem das Lufthansa-Bodenpersonal am Donnerstagmorgen (28. Juli) aufgehört hat, zu streiken, fallen nur noch sehr vereinzelt kurze Flüge aus, wie die Fluggesellschaft jüngst berichtete. Es fänden nahezu alle Flüge statt, sagte eine Sprecherin. Längere Passagierschlangen bildeten sich am Morgen in Frankfurt an den Personenkontrollen und nicht mehr an den Check-In-Schaltern.

Vor der nächsten Verhandlungsrunde am 3. und 4. August rief Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) die Gewerkschaft Verdi und die Lufthansa auf, den Tarifkampf schnell zu lösen. „Eine verantwortungsvolle und schnelle Verhandlung ist angebracht, nachdem der Flugverkehr bereits genug Probleme bewältigen muss“, sagte der Politiker der Bild in Anspielung auf die vergangenen Chaos-Wochen an den Flughäfen, die maßgeblich durch den Personalmangel bedingt waren. Der Konflikt müsse im Rahmen der Tarifautonomie gelöst werden, so Wissing. „Beide Tarifparteien sollten aber an die Reisenden denken und ihren Streit nicht auf deren Rücken austragen.“

Eile ist auch geboten, da sich am Horizont bereits neue Probleme abzeichnen. Am Sonntag (31. Juli) stimmt die Pilotengewerkschaft „Vereinigung Cockpit“ über ihre grundsätzliche Streikbereitschaft ab Mitte August ab. Wobei ein Ja-Votum nicht automatisch einen weiteren Streik bedeuten müsste, wie VC-Tarifvorstand Marcel Gröls klarmachte. Dem Spiegel sagte er: „Wenn sich die Mehrheit der Piloten dafür ausspricht, bedeutet das nicht, dass gleich gestreikt wird. Aber es ist ein Warnsignal. Und: Wir bluffen nicht.“

Ein Pilot ist mitten auf dem Flug von Belgien in die USA gestorben (Archivbild).
Ein Pilot in einem Flugzeugcockpit. © dpa

Flughafen Frankfurt: Streik-Lage normalisiert sich - Doch der nächste Ärger droht bereits

Update vom Donnerstag, 28. Juli, 9.29 Uhr: Streikbedingt musste die Lufthansa am Mittwoch (27. Juli) über 1000 Flüge streichen. 134.000 Passagiere waren betroffen. Die meisten davon am Flughafen Frankfurt. Nun jedoch scheint sich die Lage nach dem Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals langsam zu normalisieren. Der Flugverkehr findet wieder statt, allerdings warten noch zahlreiche „Gestrandete“ am Airport auf neue Verbindungen. Die Auswirkungen könnten noch bis zum Wochenende spürbar sein. Immerhin: Bis zu den nächsten Tarifgesprächen am 3. und 4. August sind laut Verdi keine weiteren Arbeitsniederlegungen beim Bodenpersonal geplant.

Allerdings droht bereits neuer Ärger für die Lufthansa wie für ihre Passagiere. Aktuell läuft die Urabstimmung der 5000 Lufthansa-Piloten über einen unbefristeten Streik. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit will am Sonntag (31. Juli) das Ergebnis mitteilen. Und dann könnte es für Urlauber noch heftiger kommen, geht es hier doch um unbefristete Streiks. Allerdings: 70 Prozent der stimmberechtigten Gewerkschaftsmitglieder müssen zustimmen. Ab Mitte August und damit noch in der Ferienzeit könnten die Piloten in den Arbeitskampf gehen, sollte die Bedingung erfüllt sein und zuvor laufende Tarifverhandlungen scheitern.

Flughafen-Streik in Frankfurt: Verdi und Lufthansa schieben sich gegenseitig schwarzen Peter zu

+++ 15.13 Uhr: Während der Flughafen Frankfurt am heutigen Mittwoch (27. Juli) aufgrund des Warnstreiks praktisch still steht, schieben sich Lufthansa und Verdi gegenseitig die Verantwortung für die derzeitige Lage zu. Lufthansa habe bewusst darauf verzichtet, nach der Warnstreikankündigung noch einmal zu verhandeln, sagte Verdi-Streikleiter Marvin Reschinsky. „Wir erwarten ganz klar, dass Lufthansa in der nächsten Woche nachlegt, damit der Luftverkehr wieder läuft.“

Als „unnötig, überzogen und viel zu umfänglich“ bezeichnete Lufthansa-Sprecher Martin Leutke dagegen den Warnstreik. Man habe ein substanzielles Angebot vorgelegt, aber Verdi habe sich dazu entschieden, den Konflikt auf dem Rücken der Passagiere auszutragen. Die Gewerkschaft fordert für die rund 20.000 Bodenbeschäftigten der Fluggesellschaft 9,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 350 Euro.

Verdi-Warnstreik am Flughafen Frankfurt: Tarifabschluss für das Bodenpersonal in Stuttgart

Unterstützung erhält Verdi von der hessischen Linkspartei. Axel Gerntke, wirtschafts- und gewerkschaftspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, erklärte, die Beschäftigten der Lufthansa streikten nicht nur für sich. „Sie machen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in allen Branchen Mut, in diesen schwierigen Zeiten für ihre Interessen einzustehen. Den Streikenden jetzt vorzuwerfen, dass sie streiken, ist eine Unverschämtheit. Wenn es nach den Arbeitgebern ginge, wären Streiks nur am 30. Februar passend.“

Dass es anders gehen kann, zeigt das Beispiel am Flughafen Stuttgart. Auch hier führte Verdi Tarifverhandlungen für das dortige Bodenpersonal - und meldete am heutigen Mittwoch (27. Juli) einen erfolgreichen Tarifabschluss. Die rund 300 Beschäftigten der SGS (stuttgart ground service) erhielten nun in zwei Stufen zum 1. August und zum 1. Januar über 18 Prozent mehr Lohn, schreibt die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung. Warnstreiks, wie sie derzeit am Flughafen Frankfurt stattfinden, seien damit in Stuttgart vom Tisch.

Flughafen-Streik in Frankfurt: über mehrere Tage – Aber Verdi mit guter Nachricht

+++ 10.50 Uhr: Der Flughafen Frankfurt ist am Mittwoch (27. Juli) in zahlreichen Bereichen wie ausgestorben. Hintergrund ist freilich der Streik des Lufthansa-Bodenpersonals, der zu zahlreichen Flugausfällen führte. Die Passagiere waren offenbar vorbereitet und reisten erst gar nicht an. Am größten deutschen Airport wurden für den Tag 725 von 1160 geplanten Flügen abgesagt, wie ein Sprecher des Betreibers Fraport erklärte. Damit sind auch Flüge anderer Gesellschaften betroffen, die üblicherweise vom Lufthansa-Bodenpersonal mitbetreut werden. Lufthansa selbst hatte für Mittwoch die Zahl von 646 streikbedingten Flugabsagen genannt.

Verhalten gute Nachrichten gibt es für Passagiere, die erst in den kommenden Tagen fliegen wollen. Zwar dürfte der Lufthansa-Warnstreik von Mittwoch noch bis Freitag Auswirkungen nach sich ziehen, allerdings soll es zunächst die letzte Arbeitsniederlegung des Bodenpersonals sein. Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle sagte am Mittwoch im ZDF-Morgenmagazin auf die entsprechende Frage, ob vor der nächsten Verhandlungsrunde mit weiteren Streiks zu rechnen sei: „Das kann ich ausschließen.“ Verdi und die Lufthansa wollen wieder am 3. und 4. August über Gehälter und Arbeitsbedingungen der rund 20.000 Bodenbeschäftigten sprechen. Behle verteidigte zudem die Länge des Warnstreiks von mehr als 24 Stunden: Man versuche, alle Beschäftigten einzubeziehen.

Flughafen Frankfurt: Streik bei Lufthansa - Auswirkungen über mehrere Tage

Update vom Mittwoch, 27. Juli, 6.40 Uhr: Mit einem Warnstreik des Lufthansa-Bodenpersonals hat die Gewerkschaft Verdi den Flugbetrieb der Lufthansa am Mittwochmorgen (27. Juli) weitgehend lahmgelegt. Die Airline hatte bereits im Vorfeld vorsorglich mehr als 1000 Flüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München gestrichen und fürchtet Auswirkungen bis zum Freitag, dem letzten Schultag vor den Sommerferien in Bayern. 134.000 Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern oder ganz absagen. Bereits am Dienstag waren mindestens 47 Verbindungen ausgefallen.

Lufthansa hat den betroffenen Passagieren davon abgeraten, zu den Flughäfen zu kommen, weil dort die meisten Schalter ohnehin nicht besetzt seien. Bereits bei vorangegangenen Arbeitskämpfen waren die Terminals am Streiktag selbst weitgehend leer geblieben.

Während eigentlich nur das Lufthansa-Bodenpersonal streikt, um die eigene Position im laufenden Tarifstreit zu stärken, könnte es auch bei anderen Airlines zu Problemen kommen: Denn neben den 1023 abgesagten Flügen mit LH-Flugnummer könnten laut Lufthansa weitere Verbindungen von Konzerngesellschaften wie Swiss, Austrian und Air Dolomiti ausfallen, da sie an den Drehkreuzen wie dem Flughafen Frankfurt von Lufthansa-Bodenpersonal abgefertigt werden. Der Warnstreik läuft bis Donnerstagmorgen.

Flughafen Frankfurt: Tausende Lufthansa-Passagiere schon vor Warnstreik ohne Flug

+++ 19.53 Uhr: Der von Verdi für Mittwoch (27. Juli) angekündigte Warnstreik sorgt laut Lufthansa dafür, dass bereits am heutigen Dienstag (26. Juli) knapp 7.500 Passagiere ohne Flug bleiben. Das berichtet die dpa. Demnach habe die Fluggesellschaft aufgrund des geplanten Streiks heute rund 45 Flüge gestrichen, die am Mittwoch an deutschen Flughäfen hätten ankommen sollen. Darunter sind unter anderem Flüge von Buenos Aires, Miami oder Neu-Delhi zum Flughafen Frankfurt.

Mit Blick auf die bevorstehenden Sommerferien in Baden-Württemberg und Bayern arbeite die Airline mit Hochdruck daran, den Flugbetrieb wieder zu normalisieren. Für den morgigen Warnstreik hat die Gewerkschaft Verdi verschiedene Berufsgruppen des Bodenpersonals, wie Flugzeugtechniker, das Schalterpersonal oder die Fahrer der Flugzeugschlepper, zur Niederlegung der Arbeit aufgerufen.

Verdi-Streik am Flughafen Frankfurt: Lufthansa streicht fast alle Flüge

+++ 17.05 Uhr: Der öffentliche Streit zwischen der Lufthansa und Verdi erhitzt sich. Die Airline hatte angekündigt, als Reaktion auf einen Warnstreik der Gewerkschaft am Mittwoch (28. Juli) mehr als 1000 Flüge zu streichen. Vertreter der Lufthansa und des Flughafens Frankfurt machen den Streikenden jetzt schwere Vorwürfe.

„Die frühe Eskalation nach nur zwei Verhandlungstagen in einer bislang konstruktiv verlaufenden Tarifrunde richtet enorme Schäden an“, sagte etwa der Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann. Der Chef vom Flughafen-Frankfurt-Betreiber Fraport, Stefan Schulte, ging im Gespräch mit Bild noch weiter. In der wichtigsten Reisezeit den Urlaub von Hunderttausenden zu gefährden, sei „völlig unverhältnismäßig“, sagte er mit Blick auf die Sommerferien.

Streik am Flughafen Frankfurt: Lufthansa und Verdi machen sich gegenseitig Vorwürfe

Vonseiten der Lufthansa wird außerdem argumentiert, dass der Streik das Vertrauen in die Airline schädige, welche aufgrund des anhaltenden Personalmangels ohnehin niedrig sei. Tatsächlich sind im Internet einige Berichte wütender Menschen zu finden, deren Flüge gestrichen wurden. Vor allem aus dem Ausland werden Stimmen laut, die ihrem Ärger über die Lufthansa Luft machen. So schrieb ein Mann aus Luxemburg auf Twitter, dass „der schönste Urlaub des Lebens“ für ihn und seine Familie ruiniert sei.

Bei Verdi habe man „vollstes Verständnis“ für die Verärgerung der Fluggäste. Die Belastungen seien jedoch für die Beschäftigten zurzeit kaum auszuhalten, wie die stellvertretende Vorsitzende von Verdi Bild mitteilte. Die Gewerkschaft wirft der Lufthansa sowie der gesamten Flugbranche Missmanagement und überzogenen Personalabbau vor.

Lufthansa streicht Flüge am Flughafen Frankfurt: Ausmaß des Streiks wächst

+++ 13.15 Uhr: Das angekündigte Ausmaß der Ausfälle infolge des Lufthansa-Warnstreiks am Mittwoch (28. Juli) wächst. Neben der drastischen Bekanntgabe, dass am Flughafen Frankfurt sowie in München fast sämtliche Flüge der Airline gestrichen werden, soll es auch zu Beeinträchtigungen bei weiteren Luftfahrtgesellschaften kommen. Besonders an kleineren Flughäfen, an denen die Lufthansa Einheiten unterhält, bieten diese nämlich auch Dienstleistungen für andere Flugunternehmen an.

Die Airline aus Frankfurt warnte außerdem davor, dass das Programm auch über den Mittwoch hinaus beeinträchtigt werde. So soll es bereits am Dienstag (26. Juli) sowie am Donnerstag und Freitag zu Ausfällen kommen. Insgesamt sollen mehr als 1000 Flüge ausfallen, mit 134.000 betroffenen Fluggästen. Die Lufthansa kritisierte den Streik als Belastung für Mitarbeitende und Passagiere.

Flughafen Frankfurt: Lufthansa streicht wegen Warnstreiks fast komplettes Programm

Die rund 20.000 von Verdi zum Streik aufgerufenen Beschäftigten sollen am Mittwoch um 03.45 Uhr ihre Arbeit niederlegen. Zu den beteiligten Beschäftigungsgruppen zählen Schalterpersonal, Flugzeugtechniker sowie die Fahrer der Flugzeug-Schlepper. Die Gewerkschaft rechnet mit einer sehr hohen Beteiligung, da der Arbeitgeber bereits versucht habe, in den einzelnen Abteilungen die Einsatzbereitschaft zu überprüfen.

Update vom Dienstag, 26. Juli, 11.56 Uhr: Die Lufthansa streicht wegen des Verdi-Warnstreiks am Mittwoch (27. Juli) nahezu das komplette Flugprogramm an ihren deutschen Drehkreuzen Frankfurt und München. Dies teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Die Gewerkschaft hat die rund 20.000 Bodenbeschäftigten zu flächendeckenden Arbeitsniederlegungen aufgerufen, um Druck in den laufenden Gehaltsverhandlungen aufzubauen.

Flughafen Frankfurt: Lufthansa bezeichnet geplante Warnstreiks als „unzumutbar“

+++ 14.50 Uhr: In einer ersten Reaktion zeigte sich die Lufthansa empört über den geplanten Warnstreik des Bodenpersonals. Der Ausstand sei für Kundschaft und Mitarbeitende „unzumutbar“, sagte Personalvorstand Michael Niggemann laut dpa. Die Arbeitgeber hätten den Beschäftigten bereits hohe und sozial ausgewogene Vergütungserhöhungen angeboten - obwohl die Situation für Deutschlands größte Airline aufgrund von Corona, einer hohen Schuldenlast und unsicheren Zukunftsaussichten wirtschaftlich angespannt sei.

Eine Arbeitsniederlegung von dieser Dauer über alle Standorte hinweg könne kaum noch nur als Warnstreik bezeichnet werden, kritisierte Niggemann zudem das Ausmaß des geplanten Streiks. Die Verhandlungsführerin der Gewerkschaft Verdi, Christine Behle, erklärte laut dpa hingegen, dass deutliche Lohnsteigerungen, angesichts von Inflation, Überlastung und eines dreijährigen Lohnverzichts, gerechtfertigt seien. Behle ist Verdi-Vizevorsitzende und zudem stellvertretende Vorsitzende des Lufthansa-Aufsichtsrats.

Lufthansa-Bodenpersonal streikt: Flughäfen in ganz Deutschland betroffen

Nicht nur das Bodenpersonal am Flughafen Frankfurt ist von Verdi zum Warnstreik aufgerufen. Auch die Beschäftigten an den Flughäfen in Düsseldorf, Köln, Hamburg, München, Berlin, Bremen, Hannover, Stuttgart und Köln sollen ihre Arbeit am Mittwoch (27. Juli) von 3.45 Uhr bis Donnerstagfrüh (28. Juli) um 6.00 Uhr niederlegen.

Flughafen Frankfurt: Streik steht an – Lufthansa-Bodenpersonal soll Arbeit niederlegen

Update vom Montag, 25. Juli, 10.20 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi hat die Lufthansa-Bodenbeschäftigten zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Demnach sollen die Beschäftigten am Mittwoch (27. Juli) an allen Lufthansa-Standorten die Arbeit niederlegen. Entsprechend wird es auch den Flughafen Frankfurt treffen.

Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen für die rund 20.000 Beschäftigten. Ein Angebot der Lufthansa wurde von Verdi als unzureichend eingestuft. Mit dem Warnstreik beim Bodenpersonal soll der Druck auf den Arbeitgeber erhöht werden.

Angebot für Bodenpersonal abgelehnt: Lufthansa muss im Tarifstreit nachlegen

Erstmeldung vom Freitag, 15. Juli, 10.40 Uhr: Die Gewerkschaft Verdi hat ein erstes Tarifangebot der Lufthansa für rund 20.000 Beschäftigte des Bodenpersonals der Airline abgelehnt. In einem offiziellen Statement wird es als „unzureichend“ beschrieben. Das Thema kommt für die Lufthansa zur Unzeit. In den vergangenen Wochen mussten bereits Tausende Flüge gestrichen werden. Grund waren unter anderem Abfertigungsprobleme aufgrund des Personalmangels, was sich am Flughafen Frankfurt besonders deutlich auswirkt.

Nun also die Diskussion ums Geld mit Verdi. Nach Angaben der Gewerkschaft hatte die Lufthansa bei den Verhandlungen Festbeträge und eine ergebnisabhängige Zahlung angeboten. Die Laufzeit sollte 18 Monate betragen, zudem äußerte die Airline den Wunsch nach einer Flexibilisierung der Arbeitszeiten. 

Lufthansa: Tarifstreit mit Verdi - „Beschäftigte brauchen dringend mehr Geld“

Bei Verdi dagegen heißt es: „Die Beschäftigten brauchen dringend mehr Geld und sie brauchen Entlastung, - für sich selber und für die Passagiere.“ Insgesamt verhandelt die Gewerkschaft für rund 20.000 Beschäftigte der Lufthansa.

Das Angebot der Airline mit Sitz in Frankfurt sei nicht gut genug, es gleiche „nicht annähernd“ die Inflation aus: „Angesichts der aktuellen Preissteigerungen würde das für die Beschäftigten einen deutlichen Reallohnverlust bedeuten.“ Die Gewerkschaft fordert 9,5 Prozent mehr Geld für das Lufthansa-Bodenpersonal bei zwölf Monaten Laufzeit.

Flughafen Frankfurt: Droht ein Streit beim Lufthansa-Bodenpersonal?

Wie geht es nun weiter? Ein Streik müssen Lufthansa-Passagiere zunächst einmal nicht erwarten. Denn der Streit geht in die nächste Runde: Weitere Verhandlungen sollen Anfang August stattfinden.

Allerdings hatte die Gewerkschaft bereits vor einigen Wochen erklärt, wo sie eine Wurzel der momentanen Problematik etwa am Flughafen Frankfurt sieht: „Mehr als ein Drittel des Personals ist hier in der Krise abgebaut worden. Diese Arbeit muss nun zum großen Teil von den verbliebenen Beschäftigten übernommen werden.“ Die Belastungen seien extrem hoch und „viele denken darüber nach, den Luftverkehr dauerhaft zu verlassen“. (fd/vbu mit dpa)

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