Streik in Treysa: Kaufland-Mitarbeiter gingen auf die Straße

Riefen ihre Kollegen zur Solidarität auf: Hanne Schäfer, Teresa Luther und Elke Mittelstädt (von links) vom Betriebsrat des Kauflandes in Treysa hatten den Streik vor der Filiale organisiert.

Schwalmstadt - Die Gewerkschaft Verdi hatte für Donnerstag die 80 Beschäftigten des Kauflandes in Treysa zu einem Streik aufgerufen: Knapp 30 Mitarbeiter gingen für eine Lohnerhöhung und Tarifverträge im Einzelhandel auf die Straße.

Verdi will damit den Druck in der festgefahrenen Tarifauseinandersetzungen erhöhen. „Das ist der erste Streik hier in Treysa. Aber solange sich nicht alle an einen Tisch setzen, wird das nicht der letzte gewesen sein“, erklärte Hanne Schäfer vom Betriebsrat. „Wir wollen, dass weiterhin gutes Geld für gute Arbeit gezahlt wird.“

Die Arbeitnehmer fordern bei den Löhnen und Gehältern einen Euro mehr pro Stunde, für Auszubildende 50 Cent mehr pro Stunde sowie die uneingeschränkte Wiederinkraftsetzung des Mantestarifvertrages. Von Verdi Nordhessen mit vorort waren Mechthild Middeke und Manuel Sauer, vom Ortsverein Schwalmstadt unterstützten Peter Boucsein und Martin Schenk den Streik. Holger Kindler und Joachim Schmidt vertraten den DGB. „Für die weiteren Tarifverhandlungen helfen nur Solidarität und kosequente Abwehrkämpfe“, sagte Middeke.

Denn wenn die hesischen Arbeitgeber ihre Forderungen durchsetzten, dann hieße das für die Beschäftigten, dass unter anderem Kassierertätigkeiten künftig schlechter bezahlt würden. Außerdem könne es zu einer Streichung der Zuschläge für Spätöffnung- und Nachtarbeiten bei allen Beschäftigten kommen. Beseitigt werden könnte auch die Mindestbeschäftigungszeit von 20 Wochenstunden.

„Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft in den Betrieben“, verdeutlichte Middeke. Die drohe nämlich, wenn es zu neuen Eingruppierungen der Beschäftigten komme. Unter anderem sollten Verräumtätigkeiten und Auffülltätigkeiten deutlich niedriger als bisher entlohnt werden. Als kritisch seien auch die Arbeitszeitregelungen zu sehen. „Sie sollen sich an den Bedürfnissen des Unternehmens und abhängig von Kundenströmen orientieren.“

Bundesweit hatte Verdi zu dem Kaufland-Streik- und Aktionstag aufgerufen. In Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg sowie vor der Kaufland-Zentrale in Neckarsulm gingen ebenfalls Beschäftigte auf die Straße. Die nächste Tarifrunde stehe am kommenden Montag an, erklärte Middeke. „Eine Absenkung des Tarifniveaus ist mit uns nicht zu machen.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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