Gleichbehandlung gefordert

Streit um den „Diamanten“: Fronten zwischen Stadtteilen und Kernstadt von Borken verhärtet

Sie haben ihre Wahl getroffen: Wer schon weiß, wen er wählen wird, wollte HNA-Redakteurin Claudia Brandau von den Zuschauern wissen. Das Ergebnis war eindeutig, denn im Saal hatten sich fast alle Besucher eine Meinung gebildet. Fotos: Zerhau

Borken. Wer in Borken lebt und unter 28 Jahre alt ist, der weiß nicht wie es ist, eine Bürgermeisterwahl zu erleben, bei der einer der Kandidaten nicht Bernd Heßler (SPD) heißt. Doch jetzt macht einer der dienstältesten Bürgermeiser der Region Platz für eine jüngere Generation.

Am Sonntag, 6. September, wird in Borken ein neuer Bürgermeister gewählt.

Den beiden Kandidaten für das Amt, Carsten Schletzke (SPD) und Marcel Pritsch-Rehm (FWG), wurde am Mittwochabend beim HNA-Lesertreff im Bürgerhaus nicht nur von den HNA-Redakteuren Heinz Rohde und Claudia Brandau kräftig auf den Zahn gefühlt. Auch viele Besucher stellten Fragen. Dabei ging es immer wieder darum, wie die Kandidaten sich die Amtsführung vorstellen. „Geht es weiter wie bisher?“, wollte Holger Gräf aus Nassenerfurth wissen.

Er würde manches heute anders machen, sagte Schletzke. Doch gehe es bei der Veranstaltung nicht darum, 28 Jahre Bernd Heßler aufzuarbeiten. „Ich bin eine andere Person und werde andere Wege gehen.“

Beide betonten, dass sie eng mit den Mitarbeitern des Rathauses zusammenarbeiten wollen. „Kooperation und Wertschätzung sind wichtig“, so Schletzke. Pritsch-Rehm: „Der autoritäre Führungsstil muss aufhören.“ Nicht nur auf der Bühne saßen an diesem Abend Kontrahenten, es gibt in Borken offenbar eine lähmende Konkurrenz zwischen den Stadtteilen und der Kernstadt, stellte HNA-Redakteurin Claudia Brandau fest: „Die Stadtteile werden nicht gleich behandelt“, kritisierte Pritsch-Rehm. So seien etwa die Spielplätze in der Kernstadt weitaus besser in Schuss als die in den Dörfern. „Wir sind eine Großgemeinde, wir müssen dafür sorgen, dass die Stadtteile lebenswerter werden. Wir haben nichts davon, wenn nur die Kernstadt wie ein Diamant glänzt.“ Dabei wurde von dem FWG-Kandidaten und aus dem Publikum immer wieder die Sanierung der Bahnhofstraße und vor allem der Zuschussbetrieb Bürgerhaus/Hotel am Stadtpark deutlich kritsiert.

Es gebe in der Kernstadt nur drei Spielplätze und somit weniger als in den Stadtteilen, und in der Stadt werde im Vergleich nicht zu viel investiert, sagte Schletzke. Grundsätzlich gelte: „Wir können keine Diskussion gebrauchen, bei der es darum geht, ob beim Nachbarn das Gras gemäht wurde. Das bringt uns nicht weiter.“ Man dürfe die Fronten nicht noch verhärten, sondern Borken mit seinen Stadtteilen nach vorne bringen.

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Zum Nachlesen: Der Ticker zu unserem Lesertreff

Live Blog HNA-Lesertreff im Bürgerhaus in Borken

Quelle: HNA

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