Streit um Felsberger Sporthalle - Fragen und Antworten

Felsberg. Um die Zukunft der Felsberger Sporthallen ging es am Donnerstagabend im Stadtparlament. Sollte die kleine Sporthalle in Felsberg grundsaniert oder gar durch einen Neubau ersetzt werden, oder ist eine Teilsanierung des Gebäudes sinnvoller?

Darüber wurde heiß diskutiert. Wir beantworten Fragen dazu.

Welche Förderung kann die Stadt für Neubau oder Sanierung der Halle bekommen? 

Die Stadt Felsberg erhält im Jahr 2016 Zuschüsse in Höhe von 1,145 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) von Bund und Land. Wie das Geld verwendet wird, entscheidet die Stadt. „Bis Ende Juni müssen wir verbindlich sagen, wofür wir dieses Geld einsetzen wollen“, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz.

Der Vorschlag des Magistrats: Das Geld könne man nutzen, um die marode kleine Sporthalle in Felsberg von Grund auf zu sanieren oder aber einen Neubau zu errichten.

Was spricht für diesen Vorschlag? 

Die CDU sprach sich dafür aus, eine neue Sporthalle in Felsberg zu bauen. Bei den Sporthallen - das betreffe nicht nur die kleine Halle in Felsberg, sondern auch die in Gensungen - gebe es einen erheblichen Sanierungsstau, sagte Fraktionsvorsitzende Silke Böttcher. Ohne das Fördergeld könne man diesen nicht beheben. „Es ist unsere Aufgabe, den Breitensport in dieser Stadt zu fördern“, sagte Böttcher.

Was spricht gegen den Vorschlag? 

Gegen den Vorschlag des Magistrats sprach sich die SPD aus. Fraktionsvorsitzender Stephan Bürger nannte dafür mehrere Gründe: 1. Das Finanzierungsproblem: Trotz der Förderung müsste die Stadt selbst immer noch 1,6 Millionen Euro bereitstellen. Denn die Stadt geht laut Beschlussvorschlag von einer Investition in Höhe von 2,4 Millionen Euro für Neubau oder Grundsanierung der Halle aus. Zieht man davon die 1,145 Millionen Euro Fördergeld ab, bleiben 1,3 Millionen Euro offen.

Als echten Zuschuss erhält die Stadt aber nur etwa 790.000 Euro vom Bund. 267.000 Euro gibt es vom Land - dieses Geld muss Felsberg aber innerhalb von zehn Jahren zurückzahlen. 88.000 Euro Eigenanteil soll die Stadt einbringen. 2. Die Frage nach dem Nutzen: „Wir haben fünf Sporthallen in Felsberg“, erinnerte Stephan Bürger. Ob alle diese Hallen auch künftig noch gebraucht würden, sei fraglich angesichts sinkender Bevölkerungszahlen und immer weniger Mitgliedern in den Sportvereinen. 3. Die Bürgerbeteiligung: Man müsse die Felsberger fragen, für welchen Zweck sie das Fördergeld ausgeben würden, forderte Stephan Bürger.

Wie soll es jetzt weiter gehen? 

Der Vorschlag des Magistrats wurde wieder zurückgezogen. Bürgermeister Volker Steinmetz kündigte an, man werde nun mit den Nutzern der Sporthalle sprechen, um zu prüfen, welcher Bedarf für eine Sanierung oder einen Neubau tatsächlich besteht. Außerdem werde es interfraktionelle Gespräche dazu geben, für welche anderen Zwecke man das Fördergeld von Bund und Land einsetzen könnte. Dann werde der Magistrat eine neue Beschlussvorlage erarbeiten, die dann wieder den Ausschüssen und der Stadtverordnetenversammlung vorgelegt werden müsse.

Quelle: HNA

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