Gerichtsverfahren gegen 33-Jährigen wurde eingestellt

Streit im Gefängnis

Treysa. Weil er einen 44-jährigen Mitgefangenen mit einem Kopfstoß attackiert haben soll, musste sich am Mittwoch ein 33-Jähriger aus der JVA Schwalmstadt vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Im März vergangenen Jahres war es zwischen den beiden Männern zu einer Auseinandersetzung gekommen. Der Streit ereignete sich in der Besuchsabteilung der JVA.

Der 44-Jährige hatte während eines Disziplinarverfahrens angegeben, der Angeklagte habe ihm ohne ersichtlichen Grund einen Kopfstoß verpasst. Dabei habe er eine Verletzung der Oberlippenschleimhaut davon getragen.

Angeklagter schwieg

Vor Gericht wollte der 44-Jährige keine Angaben zum Vorfall machen. Auch der Angeklagte schwieg.

Durch seinen Verteidiger ließ er seine schriftliche Aussage verlesen.

Verbal, nicht körperlich

In dieser gab er eine verbale Auseinandersetzung mit dem Mithälftling zu. Körperlich habe er ihn jedoch nicht attackiert.

Ein 34-jähriger JVA-Häftling bestätigte den Streit zwischen dem Angeklagten und dem 44-Jährigen. „Das einzige, was ich mitbekommen habe, war die verbale Auseinandersetzung“, sagte er. „Was da genau war, kann ich nicht sagen“, berichtete er weiter. Er habe sich in unmittelbarer Nähe der beiden Streitenden aufgehalten. Eine körperliche Auseinandersetzung habe er nicht mitbekommen.

Die Frage des Richters, ob er mit dem Angeklagten auf derselben Station untergebracht sei, verneinte der 34-Jährige. Zwischen ihm und dem Angeklagten gäbe es so gut wie keinen Kontakt.

Verzicht auf Zeugen

Ein 58-jähriger JVA-Beamter sagte aus, der Angeklagte habe die verbale Auseinandersetzung bereits während des Disziplinarverfahrens zugegeben.

Das Gericht verzichtete auf die Vernehmung weiterer Zeugen. Im Hinblick auf die Verurteilung des Angeklagten, der noch mehr als elf Jahre einsitzen muss, wurde die Verhandlung eingestellt. Die Kosten des Prozesses vor dem Treysaer Amtsgericht trägt die Staatskasse. (zhk)

Quelle: HNA

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