NPD-Aufkleber: "Asylantenheim? Nein, Danke!"

Streit um Wahlplakate: Einmal kam sogar die Polizei

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Ärger mit NPD-Aufklebern: SPD-Vorsitzender Martin Stöckert hat sich darüber sehr geärgert.

Fritzlar/Homberg. Auseinandersetzungen um Wahlplakate hat es in Fritzlar und in den vergangenen Tagen in Homberg gegeben. In Fritzlar führte dies sogar zu einem Polizeieinsatz. Hintergrund ist der Streit um Plakate der eurokritischen Alternative für Deutschland (AfD) am Hardehäuser Hof in Fritzlar.

Ein Ehepaar aus Fritzlar, AfD-Mitglieder beziehungsweise -Sympathisanten, werfen dem Wahlvorstand vor, er habe Plakate der AfD zerstört und in die Büsche geworfen. Der Ehemann habe sich beschwert und angekündigt, zur abendlichen Stimmauszählung zu kommen, damit nicht auch dort Stimmen weggeworfen würden, erzählte die Frau der HNA. Man habe ihnen aber die Polizei auf den Hals gehetzt.

Der Fritzlarer Wahlleiter Gerhard Schütt bestätigt, dass AfD-Plakate entfernt wurden. Sie seien zu dicht am Wahllokal aufgestellt gewesen, es dürften nicht weniger als 20 Meter sein. Daher seien sie weiter weg wieder aufgestellt worden. Da der Wahlvorstand das Verhalten des Mannes als bedrohlich empfunden habe, habe man vorsorglich die Polizei geschickt, sagt Schütt.

In Homberg ärgerte sich derweil die SPD über NPD-Aufkleber, die auf ihren Bürgermeister-Wahlplakaten platziert wurden. „Nicht so sehr, weil dadurch die Plakate verschandelt wurden, sondern viel mehr wegen des Themas“, sagt der Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes, Martin Stöckert. Denn auf den Aufklebern steht „Asylantenheim? Nein, Danke!“. Wer so etwas verbreite, der nehme in Kauf, dass Menschen anderer Glaubensrichtungen in ihren Heimatländern umgebracht würden. „Wir haben als Stadt eine Verantwortung“, so Stöckert. Es sei zudem immer ärgerlich, wenn Wahlplakate zerstört werden. „Das ärgert uns und sicher auch die anderen Parteien.“ Vor allem sei es kritisch, wenn so Parolen verbreitet würden.

Von Olaf Dellit und Maja Yüce

Quelle: HNA

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