Prozess in Schwalmstadt

Streit wegen der Freundin:  Gericht stellt Verfahren wegen Körperverletzung ein

Treysa. Weil er den Lebensgefährten einer Bekannten körperlich attackiert haben soll, musste sich ein 55-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain wegen vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Strafrichter am Amtsgericht Schwalmstadt verantworten. Das Gericht stellte das Verfahren gegen den 55-Jährigen ein.

Durch seinen Anwalt ließ der Angeklagte vor Gericht eine Einlassung verlesen, mittels derer der 55-Jährige sich zu den Geschehnissen im August vergangenen Jahres äußerte und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zum Teil einräumte. Der Angeklagte gab zu, dem 38-jährigen Lebensgefährten seiner damaligen Hausmitbewohnerin eine Ohrfeige gegeben zu haben, wodurch der unter Alkoholeinfluss stehende Geschädigte hingefallen sei.

Der Angeklagte plädierte auf Notwehr. Als er mittags von der Arbeit nach Hause gekommen sei, habe ihn der 38-Jährige aufs Übelste rassistisch beleidigt und sei ihm bis zu seiner Wohnung gefolgt, wo es zu einer Schubserei gekommen sei. Zwischen ihm und dem Geschädigten habe es Spannungen gegeben, weil er mehrmals versucht habe, der Lebensgefährtin des 38-Jährigen bei Auseinandersetzungen beizustehen – so auch zwei Tage vor dem Vorfall.

Einmal sei ihn der Geschädigte so angegangen, dass er mit Prellungen im Bauchraum und am Becken ins Krankenhaus gekommen sei. Der 38-Jährige gab vor Gericht an, der Angeklagte habe ihn grundlos vor die Brust getreten und ihn weiter getreten, als er bereits am Boden gelegen habe. Rassistische Bemerkungen gegenüber dem Angeklagten wies er zurück. Zuvor habe sich der Angeklagte mit seiner Lebensgefährtin unterhalten. Er vermute, der 55-Jährige habe sich Hoffnungen gemacht, weil seine Freundin eine Zeit lang bei ihm untergekommen sei. Zwischen beiden sei jedoch nichts gelaufen. Auch beschuldigte er den Angeklagten, ihm Nachrichten mit dem Handy geschickt zu haben, die unter die Gürtellinie zielten. Er lasse sich nicht als unglaubwürdig hinstellen, nur weil er ein Alkoholproblem habe, sagte der Geschädigte.

Ihr Freund sei hinter ihr her, als sie sich mit dem Angeklagten wegen der Geschehnisse von zwei Tagen zuvor unterhalten habe, sagte die Lebensgefährtin des 38-Jährigen. Der Angeklagte habe ihren Freund getreten. Dieser sei nach hinten umgefallen, mit dem Kopf aufgeschlagen und benommen liegengeblieben. Als er zu sich gekommen sei, habe er auf den Angeklagten losgehen wollen. Sie habe ihn jedoch zurückgehalten. Auf Nachfragen des Gerichts räumte sie eine vorherige verbale Auseinandersetzung der beiden Männer ein. Eine Nachbarin und ihre Tochter hatten den Vorfall vom Fenster der Wohnung der Mutter aus zum Teil beobachtet und die Polizei verständigt. Tritte des Angeklagten gegen den Geschädigten konnten sie nicht bestätigen. Die Nachbarin sagte aus, zwischen dem 38-Jährigen und seiner Lebensgefährtin habe es oft Streitigkeiten gegeben. Ein ebenfalls als Zeuge aussagender Polizeibeamter berichtete, der Geschädigte sei am Kopf verletzt gewesen.

Ein Atemalkoholtest habe drei Promille ergeben. Auch seine Lebensgefährtin habe unter Alkoholeinfluss gestanden, sich jedoch geweigert, sich einem Test zu unterziehen. (zhk)

Quelle: HNA

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