Ein Beitrag der Stadt, um den vielen freiwilligen Helfern Danke zu sagen

Sie streiten fürs Ehrenamt

Kleiner Verein, großes Engagement: Aus dem Homberger Stadtteil kamen die Fußballfreunde Berge. Fotos: zse

Homberg. „Willst Du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben“. Über diese Gedichtzeile von Wilhelm Busch schmunzelten am Sonntag in der Homberger Stadthalle 200 Gäste. Auch wenn der Zweizeiler den gesellschaftlichen Trend widerspiegelt: Die Veranstaltungsteilnehmer aus der Kreisstadt und den Stadtteilen fanden ihre persönliche Einstellung darin nicht bestätigt.

Ob Geschichtsvereine, Hilfsorganisationen, Homberger Tafel und Seniorenbeirat, ob Puppenbühne Wernswig und die Fußballfreunde aus Berge: Die Mitglieder engagieren sich seit Jahrzehnten in allen gesellschaftlichen Bereichen. Als Anerkennung dafür lud die Stadt jetzt mit einem Ehrenamtstag zum Gedankenaustausch bei Kaffee und Kuchen, musikalischer Unterhaltung sowie informativen und amüsanten Rednerbeiträgen ein. Das kommentierte KCV-Sitzungspräsident Jörg Kochowski in humoriger Manier: „Nicht nur, dass wir ehrenamtlich arbeiten: Jetzt müssen wir auch noch ehrenamtlich zusammen Kaffee trinken.“

Dafür verantwortlich waren die Homberger Ehrenamtslotsen Monika und Hilmar Burckhardt sowie Uwe Dittmer, die die Veranstaltung organisierten. Sie gaben einen Einblick in ihre koordinierende Ehrenamts-Tätigkeit, mit der sie das bürgerschaftliche Engagement fördern möchten. Ob Lesepatenschaften in Kindergärten, Schülerbesuche in Senioreneinrichtungen und ein lebendiger Adventskalender in der Homberger Innenstadt: An Projektideen mangelt es nicht. Deutlich schwieriger gestaltet sich die Suche nach Mitstreitern.

Unterstützung für Ehrenamtler bietet auch die Volkshochschule des Kreises: Unter dem Motto „Fit fürs Ehrenamt“ referierte Erika Koch über diverse Qualifizierungsangebote.

Grundsätzlich leiste jeder ehrenamtlich Tätige einen wichtigen Beitrag für soziales Miteinander, Gelingen des städtischen Lebens und eine funktionierende Demokratie, würdigte Bürgermeister Martin Wagner das Engagement. Über dessen bis ins Mittelalter zurückreichende Tradition und die Impulse durch Homberger Synode und Reformation berichtete Dr. Dirk Richhardt vom Förderverein „Haus der Reformation Homberg“. Musikalische Intermezzi von Martin Küsters und lyrische Gedanken von Paul Wohner rundeten den geselligen Nachmittag ab.

Neben den Ehrenamtslotsen forderte KCV-Gastredner Jörg Kochowski auch Bürgerlotsen für Homberg: Von zentralen Standorten wie Drehscheibe, Hans-Staden-Allee und dem Einkaufszentrum im Osterbach aus könnten sie die Aufgabe übernehmen, die Bürger auf den Homberger Marktplatz zu lotsen. Ehrenamtlich, versteht sich.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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