Beratungsstellen begrüßen neues Spielhallengesetz in Hessen

Strengere Auflagen für Spielhallen in Kraft

Schwalm-Eder. 1300 Menschen im Schwalm-Eder-Kreis sind spielsüchtig. Die Zahl der Hilfesuchenden hat sich seit 2008 auf 22 fast verdreifacht. Diese Zahlen stammen vom Zentrum für Sucht- und Sozialtherapie des Diakonischen Werks Kassel.

Kerstin Dahlke, Diplom-Sozialtherapeutin im Schwalm-Eder-Kreis, begrüßt das neue hessische Spielhallengesetz (Hintergrund), das seit Juli in Kraft ist. „Viele Änderungen sind sinnvoll. Wir wollen einen besseren Schutz für Süchtige, und das ist erreicht.“

Das neue Spielhallengesetz werde aber nicht dafür sorgen, dass die Zahl der Süchtigen zurückgehe, kritisiert Michael Mühleck, Geschäftsführer der Harlekin GmbH, der das Magic Casino an der Autobahn 49 in Edermünde betreibt. Er ist außerdem Vorsitzender des Automaten-Verbandes Baden-Württemberg.

Das Gesetz diene vielmehr dazu, das Glücksspielmonopol der Länder zu festigen. Sollten die Mehrfachkonzessionen im Jahr 2017 tatsächlich fallen, müsste er seine mehr als 100 Filialen in Deutschland schließen und 1000 Mitarbeiter entlassen. Deutschlandweit wären mindestens 70 000 Mitarbeiter betroffen.

„Wir haben ein Konzept zur Vermeidung von Spielsucht entwickelt. Unsere Mitarbeiter werden von Suchtberatern der Caritas geschult“, sagt Mühleck. Flyer mit Beratungsstellen lägen in den Casinos aus und die Mitarbeiter würden auffällige Spieler offensiv ansprechen. Außerdem kritisiert er das doppelte Spiel der Politik: Denn regelmäßig bekäme er Angebote von Städten und Gemeinden, Grundstücke samt Baurecht und Konzession zu kaufen.

Im Landkreis gibt es derzeit 37 Spielhallen. 80 Prozent der Spielsüchtigen seien Geldautomatenspieler, sagt Dahlke. Es sei wichtig, gerade diese zu schützen. Dazu gehöre, kein Essen anzubieten, keine Geldautomaten in den Hallen zu haben und feste Sperrzeiten einzuhalten.

Mehr in der gedruckten Ausgabe

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare